Johannesburg/Walldorf: Korruptionsvorwürfe in Südafrika – SAP räumt „Fehlverhalten“ ein

Rund drei Monate nach Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen in Südafrika hat der Softwarehersteller SAP Veränderungen seiner weltweiten Verkaufspraktiken beschlossen. Zudem seien wegen „Hinweisen auf Fehlverhalten“ gegen drei Manager in Südafrika disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden, teilte SAP mit. Die vergangenen drei Monate hätten SAP Demut gelehrt, die Firma bitte Südafrika „von ganzem Herzen“ um Entschuldigung, sagte SAP-Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin. SAP wird vorgeworfen, eine unüblich hohe Kommission gezahlt zu haben, um sich Aufträge mit staatlichen Unternehmen in Südafrika zu sichern. Künftig werde SAP weltweit keine Verkaufsprovisionen mehr zahlen bei Geschäften mit staatlichen Unternehmen in Ländern, die auf dem Korruptionsindex von Transparency International schlecht abschnitten, hieß es. Davon sei auch Südafrika betroffen. Zudem soll die Afrika-Rechtsabteilung gestärkt werden. Die Vorwürfe gegen SAP würden auch von der US Börsenaufsicht SEC und dem Justizministerium geprüft, teilte SAP in einem Zwischenbericht zu den Vorwürfen weiter mit. Der Kommissionsempfänger in Südafrika war eine obskure Firma für 3D-Printer, hinter der die politisch bestens vernetzte Unternehmerfamilie Gupta stand. Die Brüder gelten als enge Freunde von Präsident Jacob Zuma. SAP zufolge brachten die Verträge mit zwei staatlichen Firmen einen Umsatz von umgerechnet rund 40 Millionen Euro, dafür sei eine Kommission von rund 6,5 Millionen Euro gezahlt worden. (dpa/asc)