Kallstadt: Bürgermeister von „Trumps deutscher Heimat“: Stimmung ruhig

Der Bürgermeister der pfälzischen Gemeinde Kallstadt, die durch den Wahlsieg von Donald Trump 2016 international bekannt wurde, hat die Stimmung nach der US-Präsidentschaftswahl als ruhig bezeichnet. «Meine Frau hat beim Bäcker und beim Weg zur Schule keine Pressevertreter gesehen. Die Wahl war kein Thema», sagte Thomas Jaworek (CDU) am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Letztendlich habe eine Meinung aus Kallstadt auch nicht das gleiche Gewicht wie in den wichtigen «Swing States» in den USA, sagte er augenzwinkernd. «Als 1270 Einwohner-Dorf sind wir kein «Swing Village».» Kallstadt ist die Heimatgemeinde von Donald Trumps Vorfahren väterlicherseits. Seit dem Sieg des Republikaners bei der Präsidentschaftswahl 2016 steht der Winzerort als «deutsche Heimat von Donald Trump» im Fokus internationaler Medien. Eher lakonisch kommentierte Jaworek, dass sich Trump noch während der Auszählung der Stimmen selbst zum Sieger erklärt hat. «Ich bin Naturwissenschaftler und habe den Zahlenvergleich größer/kleiner in der Grundschule gelernt. Weitergehende Interpretationen überlasse ich den Wählern und Juristen in den USA, die mit dem Wahlsystem besser vertraut sind.» Ein Kopf-an-Kopf-Rennen allein bedeute noch keinen Sieg von Trump. «Lasst uns zunächst auf die finalen Zahlen warten.» Diesmal dauere es mit einer Entscheidung länger als vor vier Jahren – vielleicht mit den aktuellen Ankündigungen gar noch viel länger, sagte Jaworek. «Nachdem sich mehr Amerikanerinnen und Amerikaner beteiligt haben, steht das Ergebnis auf breiterer Basis. Ein unklareres Ergebnis wird jedoch auch in breiteren Kreisen diskutiert. Was dies in den USA bedeutet, kann ich nicht beurteilten.» Die USA seien eine Demokratie mit einer funktionierenden Administration, aber eben auch Gerichten. «Ich habe großes Vertrauen, dass – egal, wie lange die juristische Klärung dauert – das Land, insbesondere aus unserer Sicht darauf, funktionieren wird.» (lrs/mj)