Kandel: 500 Gläubige bei Gedenk-Gottesdienst

Vier Kirchengemeinden von Kandel haben in ihrem ökumenischen Neujahrsgottesdienst der erstochenen 15-Jährigen in der südpfälzischen Kleinstadt gedacht. „Wir spüren das Bedürfnis der Menschen, einen Ort und eine Zeit zu haben, um ihre Anteilnahme ausdrücken zu können“, hatte die evangelische Pfarrerin Mirjam Dembek zuvor gesagt. Die St.-Pius-Kirche in Kandel war während des Gottesdienstes am Montag mit rund 500 Gäubigen voll besetzt, darunter auch der Evangelische Kirchenpräsident der Pfalz, Christian Schad, der katholische Domkapitular Franz Jung sowie der pfälzische SPD-Vorsitzende Alexander Schweitzer und die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner. „Wir haben uns in den Gebeten, Liedern und Ansprachen vergewissert, dass wir in dieser schwierigen Situation hier zusammenstehen in Kandel.“ Die Eltern des getöteten Mädchens seien zwar selbst nicht dabei gewesen, aber der Seelsorger, der die Familie betreut, kam zu dem Gottesdienst. „Er hat die Grüße der Eltern ausgerichtet und sich in ihrem Namen für die Anteilnahme bedankt. Das war sehr rührend“, sagte
Dembek. Auch der Stadtbürgermeister Günther Tielebörger und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel, Volker Poß (beide SPD), sprachen zu den Gästen. Die beteiligten Pfarrer wollten den Besuchern auch nach dem Gottesdienst bei Gesprächsbedarf als Seelsorger zur Verfügung stehen. Die 15-jährige Deutsche war am vergangenen Mittwoch in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen worden. Als dringend tatverdächtig gilt ihr Ex-Freund. Er ist ein nach Behördenangaben ebenfalls 15 Jahre alter Flüchtling aus Afghanistan. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. (mho/dpa)