Kandel: Polizei zufrieden mit Ablauf – Ein Beamter verletzt

Etwa 4 500 Personen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei am Samstagnachmittag bei vier Versammlungen in Kandel. Einer ersten Zwischenbilanz zufolge zeigt sich Einsatzleiter und Polizeidirektor Martin Kuntze zufrieden darüber, dass es weitestgehend gelungen sei, die Versammlungsfreiheit der Interessensgruppen zu schützen und größere Störungen zu verhindern. Wegen des hohen Personen- und Fahrzeugaufkommens sei das Verkehrsraumkonzept trotz erheblicher Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger von Kandel notwendig und angemessen gewesen.

Das Konzept habe vorgesehen, mögliche Ausschreitungen zwischen gewaltbereiten Demonstranten aus der rechten und linken Szene bereits bei der Anreise zu verhindern und das Versammlungsrecht für alle Teilnehmer zu gewährleisten. Eine als Spontandemo deklarierte Zusammenkunft von 80 Personen des linken Spektrums wurde nicht als Versammlung anerkannt. Nach „intensiver Kommunikation“ schloss sich die Gruppe der Versammlung „Schutz für alle Schutzbedürftige“ an. An den Appell, sich friedlich zu versammeln, hätten sich nicht alle Teilnehmer gehalten. Zu Beginn der Versammlung „Kandel ist überall“ wurde ein Polizeibeamter von einem Teilnehmer durch einen Fußtritt verletzt, er blieb aber dienstfähig. Gegen den Tatverdächtigen musste Pfefferspray eingesetzt werden. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Im weiteren Verlauf musste die Versammlung „Kandel ist überall“ kurzzeitig angehalten werden, nachdem es mit Teilnehmern der Gegenveranstaltung zu verbalen Scharmützeln kam. (pol/wg)