Karlsruhe: Defekte Befestigungswinkel im Atomkraftwerk Philippsburg

Im Atomkraftwerk Philippsburg sind Defekte an mehreren Befestigungswinkeln für Stromschienen festgestellt worden. Das Landesumweltministerium teilte am Donnerstag mit, dieser Vorfall sei zwar meldepflichtig, habe aber keine oder nur sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung. In der internationalen Ines-Skala wurde der Vorfall daher auf Stufe 0 eingeordnet.
Bei der Überprüfung der aus Kunststoff bestehenden Winkel wurden im Anschluss an eine Herstellerinformation Risse und Absplitterungen
festgestellt. Die Winkel dienen der Befestigung von Stromschienen für die Energieversorgung eines Systems zur Begrenzung der
Reaktorleistung. Tests hätten ergeben, dass die Leittechnik trotz der Defekte die Sicherheitsanforderungen erfülle, teilte das Ministerium
mit. Die Teile sollen nun bei der nächsten Revision ausgetauscht werden.
Die letzte Revision fand im Sommer statt. Block 2 der Anlage ist seit 1984 in Betrieb und hat eine Leistung von 1468 Megawatt. Der ältere Reaktorblock 1 ist bereits abgeschaltet. Block 2 soll bis Ende 2019 folgen. Neben Philippsburg betreibt der Energieversorger EnBW noch einen Reaktor in Neckarwestheim.(dpa/lsw)