Karlsruhe: Prozess um Implantate aus Billigsilikon geht in die nächste Runde

Nach fast zwei Jahren wird der Prozess um Brustimplantate aus Billigsilikon am Dienstag (10.00 Uhr) in Karlsruhe fortgesetzt. Vor dem Landgericht klagt eine Frau aus Waghäusel (Landkreis Karlsruhe) auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Ihr waren die gesundheitsschädlichen Silikonkissen des inzwischen insolventen französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) 2007 eingesetzt worden. Die lange Unterbrechung des Prozesses war
notwendig geworden, weil die Richter zunächst ein Gutachten einholen ließen. Damit soll nun geklärt werden, ob der Arzt die Frau ausreichend über die Risiken der Operation aufgeklärt hatte.

PIP hatte jahrelang Implantate aus billigem Industriesilikon verkauft. Von dem Skandal sind bundesweit rund 5000 Frauen betroffen; im Südwesten sind es mehrere Hundert. (dpa/lsw)