Köln: Kohl-Witwe hat vor Gericht wohl schlechte Karten

Die Witwe von Altkanzler Helmut Kohl hat wohl nur geringe Chance auf die Millionen-Entschädigung, die ihrem Mann zwei Monate vor dessen Tod zugesprochen worden war. Das Oberlandesgericht Köln hat die Frage zwar noch nicht endgültig entschieden. Man neige jedoch der Meinung zu, dass der Entschädigungsanspruch nicht vererbbar sei, sagte die Vorsitzende Richterin Margarete Reske am Donnerstag in einer Verhandlung in Anwesenheit der Witwe Maike Kohl-Richter. In dem Fall geht es um das Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“. Das Landgericht Köln hatte dazu im ergangenen Jahr entschieden, dass das Buch Kohls Persönlichkeitsrecht schwer verletzt habe. Es sprach ihm deshalb die höchste Entschädigungssumme der deutschen Rechtsgeschichte in Höhe von einer Million Euro zu. Richterin Reske appellierte an die Parteien, sich außergerichtlich in einem Vergleich zu einigen. Kohl war am 16. Juni in Ludwigshafen-Oggersheim verstorben. /dpa/nih