Köln/Ludwigshafen: Alt-Kanzler Kohl streitet um Schadenersatz

Im Streit um Schadenersatz zwischen Altkanzler Helmut Kohl und seinem ehemaligen Ghostwriter Herbert Schwan beginnt der Prozess morgen am Landgericht Köln. Kohl fordert mindestens fünf Millionen Euro von Schwan. Hintergrund ist die inzwischen verbotene Veröffentlichung brisanter Äußerungen des Altkanzlers über andere Politiker in Schwans Buch „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“. Die Höhe der Entschädigung richte sich nach der historischen Dimension des Vorgangs, dem Ausmaß der versuchten Geschichtsfälschung
und dem irreparablen Schaden, heißt es nach Zeitungsberichten in der Klageschrift. Kohl sei von Schwan hintergangen und öffentlich bloßgestellt worden. Das Oberlandesgericht Köln hatte die Veröffentlichung von 115 Kohl-Zitaten für unrechtmäßig erklärt. Das Buch von Schwan und Ko-Autor Tilman Jens darf deshalb in der ursprünglichen Form nicht mehr verbreitet werden. Die Zitate stammen aus Gesprächen, die Kohl vor mehr als zehn Jahren mit Schwan geführt hat. Auf der Grundlage dieser Gespräche schrieb der Journalist in Kohls Auftrag als Ghostwriter dessen Memoiren. Bevor der vierte und letzte Band erscheinen konnte, zerstritten sich beide. Schwan veröffentlichte daraufhin im vergangenen Jahr zusammen mit Jens das Vermächtnis-Buch. (dpa)