Kommentar: Zur Debatte um den Helmut-Kohl-Platz in Frankenthal

Nach dem Schnellschuss jetzt der Rückzieher! Was hat sich die Frankenthaler CDU bloß dabei gedacht, die Umbenennung des Rathaus-Platzes in Helmut-Kohl-Platz im Stadtrat durchzupeitschen? Dieser Alleingang fliegt den Christdemokraten jetzt um die Ohren. Hätten sie sich doch nur an der Diskussion in anderen CDU-geführten Städten in der Nachbarschaft orientiert. Beispielsweise an Ludwigshafen oder Speyer, die durchaus mehr Berührungspunkte zu dem Altkanzler aufzuweisen haben, als etwa Frankenthal. Sowohl in Ludwigshafen als auch in Speyer wird eine lebhafte Diskussion darüber geführt, wie man Helmut Kohl gerecht werden kann. In aller Öffentlichkeit und über Parteigrenzen hinweg. Denn es ist eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Umbenennung von Straßen und Plätzen im einmütigen Beschluss eines Stadtrates erfolgen sollte. Dass die Frankenthaler CDU nun einen der prominentesten Plätze der Stadt zunächst gegen den Willen aller anderen Fraktion durchgesetzt hat, zeugt nicht gerade von politischem Gespür. Ausgerechnet den Rathausplatz umbenennen zu wollen, hätte viele Frankenthaler ins Herz getroffen. Das haben die ersten empörten Reaktionen bereits gezeigt. Der CDU-Rückzieher klingt nun kleinlaut: „Nachdem alle Fraktionen im Stadtrat signalisiert haben, dass eine angemessene Würdigung Helmut Kohls erfolgen soll und wir an einer solchen Würdigung festhalten, akzeptieren wir, dass dies unter Beteiligung der anderen Fraktionen und der Bevölkerung geschieht.“ Hätten die Frankenthaler Christdemokraten mehr Fingerspitzengefühl gehabt, hätten sie sich diese Blamage ersparen können. (Markus Hoffmann)