Lambrecht: Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gefordert

Nach dem mutmaßlichen Mord von Pflegekräften an einer Altenheimbewohnerin in der Pfalz fordert der Patientenschützer Eugen Brysch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Neben verstärktem Hinschauen sei eine unabhängige Anlaufstelle für anonyme Hinweisgeber zum Melden von Verstößen nötig, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz im dpa-Interview. Wer bereits auffällig geworden sei, dem solle der berufliche Weg in den Pflegedienst frühzeitig verwehrt werden. „Hier muss Justizminister Heiko Maas
(SPD) strengere Anforderungen schaffen“, sagte Brysch. Nach seiner Ansicht sollten jene, die mit pflegebedürftigen Menschen arbeiten, künftig vor Dienstantritt auch ein erweitertes Führungszeugnis
vorlegen müssen. Im Fall des Lambrechter Seniorenwohnheimes der Arbeiterwohlfahrt sitzen drei verdächtige Pflegekräfte in Untersuchungshaft: ein 23jähriger aus dem Kreis Südliche Weinstraße sowie eine 26 Jahre alte Frau und ein 47jähriger Pfleger aus dem Raum Bad Dürkheim. Sie sollen im Dezember 2015 gemeinsam einer Seniorin eine Überdosis Insulin verabreicht und die alte Dame dann erstickt haben. (mho/dpa)