Landau: Erneut Patientin für Abschiebung aus Krankenhaus geholt

Rheinland-pfälzische Behörden haben erneut eine junge Frau aus einem Krankenhaus geholt, um sie in ein anderes
EU-Land abzuschieben. Ein die Mitarbeiter der Ausländerbehörde begleitender Arzt habe entschieden, dass es keine Einwände gegen eine Rückführung gebe, und die Flugreisetauglichkeit bestätigt, teilte die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße mit. Der Arzt habe die Frau während des Fluges begleitet. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen.
Scharfe Kritik am Vorgehen der Ausländerbehörde kam vom Flüchtlingsrat Rheinland-Pfalz. Am 10. Januar seien gegen 2.30 Uhr 10 bis 15 Vollzugsbeamte in die Gemeinschaftsunterkunft der 22-jährigen Frau aus Somalia gekommen, teilte die Organisation mit. Die Gesuchte sei aber wenige Stunden zuvor aufgrund ihres schlechten gesundheitlichen Zustandes von einem ehrenamtlichen Helfer ins Pfalzklinikum Klingenmünster gebracht und dort stationär aufgenommen worden. Daraufhin sei die Somalierin „in einer Nacht- und Nebel-Aktion direkt aus dem Krankenbett zum Flughafen gebracht“ und
nach Italien abgeschoben worden – gemäß der Dublin-Regelung, wonach die Zuständigkeit für Asylverfahren bei dem EU-Land liegt, in dem Asylbewerber zuerst erfasst wurden. dpa/feh