Landau: Gewalttätige Proteste nach Gerichtsurteil

Bei gewalttätigen Protesten während einer Urteilsverkündung sind im Landgericht Landau sechs Wachtmeister und Polizisten sowie der Angeklagte verletzt worden. Zu dem Tumult kam es, als das Gericht am Mittwoch in einem Prozess um den gewaltsamen Tod eines Mannes das Urteil verkündete. Der als Nebenkläger auftretende Bruder des Opfers habe das Strafmaß von achteinhalb Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge wohl als zu mild angesehen und sich mit anderen Männern auf den Angeklagten gestürzt, der von Justizwachtmeistern geschützt worden sei, sagte ein Gerichtssprecher am Donnerstag und bestätigte Medienberichte. Dabei sei es „zu allen möglichen Tätlichkeiten“ gekommen. Er sprach von einer „Eruption von Gewalt“. Der Angeklagte wurde ebenso wie drei Polizisten und drei Wachtmeister verletzt, einer habe zum Beispiel eine Rippenprellung erlitten, sagte der Sprecher. Die Beamten hätten Verstärkung gerufen und Pfefferspray eingesetzt. Auch einer der etwa zehn Angreifer wurde verletzt. Waffen seien nicht im Spiel gewesen, sagte der Sprecher. „Zum Glück sind alle vorher kontrolliert worden.“ Nun werden Verfahren wegen Körperverletzung eingeleitet. Versäumnisse seitens des Gerichts sah er nicht. Man werde die Sache aber analysieren. (dpa/lrs)