Landau: Landgericht Landau hört im Mordprozess Zeugen aus Mias Umfeld

Das Landgericht Landau hat im Mordprozess gegen Abdul D. mehrere Zeugen aus dem persönlichen Umfeld der 15 jährigen Mia und des Angeklagten angehört. Insgesamt waren nach Angaben des Verteidigers ursprünglich 16 Zeugen geladen, in einem Fall wurde eine Ladung jedoch verschoben. Das Zeugenprogramm sei erst halb abgearbeitet, teilte der Anwalt des Angeklagten Abdul D., Maximilian Endler, am Montag mit. Es sei zu Verzögerungen gekommen. Der Anwalt erklärte, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der ambitionierte Zeitplan nicht halten lasse. Der mutmaßliche Täter Abdul D. ist aus Afghanistan nach Deutschland gekommen und wurde als minderjähriger Flüchtling aufgenommen. Er war der Ex-Freund von Mia und soll das Mädchen am 27. Dezember 2017 erstochen haben. Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, da der Angeklagte zur Tatzeit möglicherweise minderjährig war. Die Anklage geht von Mord aus, da der mutmaßliche Täter heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt habe. Am ersten Verhandlungstag am 18. Juni hatte der Angeklagte seinem Verteidiger zufolge Reue bekundet. Für den Prozess sind noch neun Verhandlungstage bis Ende August terminiert. Abdul D. soll sich seinem Anwalt zufolge vor einigen Tagen in der Jugendstrafanstalt in Schifferstadt selbst verletzt haben. Das Justizministerium Rheinland-Pfalz wollte dazu nicht Stellung nehmen. Endler sagte, sein Mandant sei „gefasst und stabil, die Verletzungen sind deutlich sichtbar und wirken gravierend“. Die Atmosphäre am vierten Verhandlungstag sei „konzentriert und nach wie vor sachlich“ gewesen. (lrs/mj)