Landau: Mordprozess um Tod von Mia fortgesetzt

Das Landgericht Landau hat im Mordprozess gegen Abdul D. mehrere Zeugen aus dem persönlichen Umfeld der 15-jährigen Mia aus Kandel und des Angeklagten angehört. Nach Angaben des Gerichts konnten am Montag von 15 geladenen Zeugen nur neun vernommen werden – einige seien nicht erschienen. Es sei zu Verzögerungen gekommen, teilte der Anwalt des Angeklagten Abdul D.,
Maximilian Endler, mit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich der ambitionierte Zeitplan nicht halten lasse.  Ursprünglich sollte das Urteil noch im August fallen. Der mutmaßliche Täter Abdul D. ist aus Afghanistan nach Deutschland gekommen und wurde als minderjähriger Flüchtling aufgenommen. Er war
der Ex-Freund von Mia und soll das Mädchen am 27. Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen haben. Der Prozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt, da der Angeklagte zur Tatzeit möglicherweise minderjährig war. Die Anklage geht von Mord aus, da der mutmaßliche Täter heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt habe. Am ersten Verhandlungstag am 18. Juni hatte der Angeklagte seinem Verteidiger zufolge Reue bekundet. Für den Prozess sind noch neun Verhandlungstage terminiert. Abdul D. soll sich seinem Anwalt zufolge vor einigen Tagen in der
Jugendstrafanstalt in Schifferstadt selbst verletzt haben. Das Justizministerium Rheinland-Pfalz wollte dazu nicht Stellung nehmen. Endler sagte, sein Mandant sei „gefasst und stabil, die Verletzungen
sind deutlich sichtbar und wirken gravierend“. Die Atmosphäre am vierten Verhandlungstag sei „konzentriert und nach wie vor sachlich“ gewesen. (mho/dpa)