Landau: Tödlicher Überfall auf 86-Jährige – Dritter Mann vor Gericht

Eine 86 Jahre alte Frau wird in ihrem Haus beraubt und tödlich verletzt. 20 Monate später steht ein zunächst geflüchteter Verdächtiger wegen Mordes vor Gericht. Zwei mutmaßliche Komplizen wurden bereits verurteilt.

Landau (dpa/lrs) – Der brutale Tod einer 86-jährigen Frau beschäftigt ab Montag, 22. Januar, erneut das Landgericht Landau. Angeklagt ist ein 25-jähriger Mann, dem die Staatsanwaltschaft unter anderem Mord vorwirft. Der Rumäne soll in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai 2016 mit zwei Landsleuten in das Haus der Seniorin im Landauer Stadtteil Mörlheim eingedrungen sein. Dort soll das Trio der Frau Schmuck und Bargeld geraubt und sie so heftig getreten und geschlagen haben, dass sie starb.

Während dem 25-Jährigen zunächst die Flucht gelang, wurden seine mutmaßlichen Komplizen im Februar vergangenen Jahres wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht stellte bei den damals 25 und 30 Jahre alten Männern außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Für den nun angeklagten 25-Jährigen klickten drei Monate später aufgrund eines Europäischen Haftbefehls in Ungarn die Handschellen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom August wird er von den beiden anderen und einer am Tatort gesicherten DNA-Spur schwer belastet. Er selbst habe bislang von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Für den Prozess sind bis zum 23. Februar noch sieben weitere Termine angesetzt.

Die Tat hatte auch wegen des Alters des Opfers und der brutalen Vorgehensweise der Täter weithin für Entsetzen gesorgt. Staatsanwältin Anne Herrmann hatte im ersten Verfahren von einem Vorgehen «in gefühlloser und unbarmherziger Weise» gesprochen. Die Verteidigung hatte dagegen keine besondere Schwere der Tat gesehen. Die Situation sei eskaliert, nachdem die Männer eine geringere Beute vorgefunden hätten als erwartetet. Der Wert betrug etwa 300 Euro.

«Die Leute haben schon Angst», hatte ein Besucher am Rande des ersten Prozesses über die damalige Situation in Landau gesagt. Die Tat sei «ein Schock» gewesen. Es habe auch viele Einbrüche im Ort gegeben. Der Ortsvorsteher von Landau-Mörlheim, Joachim Arbogast, hatte gesagt, nach der Tat seien «entsprechende Maßnahmen» ergriffen worden. So habe unter anderem der Landauer Stadtrat auf Mörlheimer Initiative eine Resolution verabschiedet, in der mehr Polizei gefordert wurde.

Die Kinder des Opfers, die im Prozess als Nebenkläger auftraten, mussten sich im Prozess einiges anhören. Der damals 25 Jahre alte Angeklagte hatte eingeräumt, er habe der am Boden liegenden Frau einen Ring vom Finger gezogen: «Die alte Dame hat das nicht gewollt, sie hat sich gewehrt, da habe ich zweimal getreten», sagt er zu Prozessbeginn. Töten habe er sie nicht wollen. Auf dem Körper des Opfers fanden sich mehr als 30 Hinweise auf Tritte und Schläge. Die Leiche der Frau war später von einer ihrer Töchter gefunden worden.