Landtagswahl BW: Ex-Minister Frankenberg warnt vor Schwarz-Rot-Gelb

Der frühere CDU-Wissenschaftsminister und Rektor der Universität Mannheim, Peter Frankenberg, hat seine Partei nach einem Zeitungsbericht vor einer Deutschlandkoalition mit SPD und FDP gewarnt. Ein Schwarz-rot-gelbes Bündnis sähe so aus, «als ob sich die großen Verlierer zusammenschlössen, um ihre Postenambitionen zu befriedigen», sagte er den «Stuttgarter Nachrichten» in der Dienstagsausgabe. Das käme in der Öffentlichkeit negativ an.

«Wir haben die Wahl ja auch deshalb verloren, weil Winfried Kretschmann ein überragender Spitzenkandidat der Grünen war», sagte er. «Jetzt den Eindruck zu erwecken, man wollte diesen Star der Grünen kaltstellen, um selbst das Spitzenamt mit 27 Prozent zu bekommen, würde auch bei unseren Anhängern tiefen Frust auslösen.» Die Grünen waren aus der Landtagswahl am Sonntag als stärkste Kraft hervorgegangen. Die CDU landete erstmals auf dem zweiten Platz.

Frankenberg sprach sich für eine Koalition mit den Grünen unter Kretschmanns Führung aus. Die CDU könnte in einem solchen Bündnis gute Sacharbeit leisten und zeigen, dass für die CDU das Land vor dem Parteiinteresse stehe. «Damit hätte sie bei der nächsten Wahl die Chance zurückzukommen.» Er machte Spitzenkandidat Guido Wolf mit verantwortlich für die starken CDU-Verluste und forderte ihn indirekt zu Konsequenzen auf. Selbst Stefan Mappus habe vor fünf Jahren 39 Prozent erreicht. «Damals hat man gesagt: Der Spitzenkandidat muss die Verantwortung mittragen, das geht jetzt auch nicht anders.» (lsw/Bild: Archiv)