Leutershausen: Drittligist SGL empfing Rhein-Neckar Löwen zum Test – 17:42

1.100 Zuschauer besuchten das Vorbereitungsspiel zwischen dem Bundes- und dem Drittligisten

(rkü) Es war ein Testspiel ganz nach dem Geschmack der Zuschauer: Viele Tore, gute Stimmung, ein Funke, der vom Spielfeld übersprang. Die Partie der Rhein-Neckar Löwen bei der SG Leutershausen erfüllte alle Erwartungen. Am Ende der 60 Minuten stand auch ein Endergebnis auf der Anzeigetafel – 17:42. Das interessierte aber die wenigsten.

Denn viele der 1.100 Fans in der Halle – egal, ob im gelb-blauen Löwen-Dress oder im rot-weißen Teufelstrikot – nutzten die Chance auf ein Selfie mit den Stars der Löwen. Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Torwart Mikael Appelgren waren beliebte Smartphone-Motive. Und einige Dutzend Autogrammjäger waren auch noch ganz klassisch mit Stift und Papier unterwegs. Handball als Nah-Erlebnis, ohne Distanz zwischen Spielern und Fans – so präsentierte sich der Sport in Leutershausen. Es wurde das erhoffte regionale Handball-Familienfest in der Heinrich-Beck-Halle zwischen dem deutschen Vize-Meister und dem Meister der dritten Liga Süd.

Bei aller guten Laune war es Patrick Groetzki, der dem Spiel auch eine sportliche Note abgewann: “Gestern haben wir bei einem Landesligisten gespielt, da nimmst du nicht so viel mit, aber hier war uns schon klar, dass wir mit mehr Gegenwehr zu rechnen haben. Wir haben noch nicht so sehr auf die Taktik geachtet, aber wir sind schon mehr ins Handballspielen gekommen, und bis auf fünf Minuten in der ersten Halbzeit haben wir das gut gemacht.”

Eine Viertelstunde hatte die SG Leutershausen gegen den Erstligisten bestehen wollen. Das war die Marschroute, die Coach Marc Nagel vorher ausgegeben hatte – am Ende war es dann doch fast die gesamte erste Halbzeit. Zwar lag Leutershausen nach den ersten 30 Minuten 8:18 hinten – unter anderem versenkte Uwe Gensheimer für die Löwen fünf Siebenmeter -, immerhin aber waren die “Roten Teufel” zu ihren Chancen gekommen. In der Bilanz der ersten Halbzeit verbuchten sie neben den Treffern zusätzlich noch sechs Kracher an Pfosten oder Latte.

Valentin Spohn, Sascha Pfattheicher sowie die Neuzugänge Philipp Bauer und Mattis Pestinger trugen sich in die Torschützenliste der Rot-Weißen ein. “Das war eine schöne Erfahrung vor so vielen Zuschauern zum ersten Mal in der eigenen Halle aufzulaufen”, ließ Pestinger seine Premiere in der Heinrich-Beck-Halle Revue passieren: “Gegen die Bundesligisten Balingen und Melsungen haben wir schon gemerkt, dass bei uns einiges geht, aber die Löwen sind halt doch nochmal eine ganz andere Klasse.”

Das bekam der Drittligist zu Beginn der zweiten Halbzeit zu spüren, als die Gelbhemden relativ humorlos auf 13:31 davon zogen. Jetzt setzte Marc Nagel auf Seiten der Bergsträßer den gesamten Kader ein, auch viele A-Jugendliche, die beispielsweise auch für die pausierenden Alexander Hübe und Jochen Geppert einsprangen. Mit zwei Toren verewigte sich jetzt auch Neuzugang Stefan Salger auf dem Spielberichtsbogen: “Das erste Heimspiel haben wir jetzt vielleicht ein bisschen hoch verloren. Ganz so schlecht haben wir uns gar nicht angestellt.” Die Partie gegen den Bundesligisten schraubte die Begeisterung für seinen neuen Verein noch einmal in die Höhe: “Ich bin super in Leutershausen angekommen, alle Leute sind extrem nett. Ich glaube, ich bin noch nirgends so gut aufgenommen worden”, schwärmte er.

Die Rhein-Neckar Löwen verabschieden sich jetzt ins Trainingslager nach Dänemark, während die SG Leutershausen voll in die zweite Phase ihrer Vorbereitung einsteigt. Am 8. August trifft die Youngster-Truppe von der Bergstraße beim Bönnigheimer Joker-Jeans-Stromberg-Cup zur Standort-Bestimmung unter anderem auf die Liga-Konkurrenten Großsachsen, Pfullingen und Hochdorf, ehe sie am 15./16. August zum DHB-Pokalwochenende nach Aue starten. Die Punkterunde beginnt dann gleich mit einem Knaller: Am Freitag, 28. August, 20 Uhr, erwarten die “Roten Teufel” die SG Nußloch zum Auftakt in eigener Halle.

SG Leutershausen – Rhein-Neckar Löwen 17:42 (8:18)

SG Leutershausen: Mangold, Kätker, Mohringen, Kretz, Pfattheicher 2/1, Wilde, Salger 2, Räpple, Klee, Ratzel, Conrad, Pestinger 4, Lierz 1, Volk 2, Bauer 2, Spohn 4

Rhein-Neckar Löwen: Appelgren, Britz, Schmid 4, Kneer 5, Gensheimer 7/6, Sigurmannsson 3, Gonzalez, Steinhauser 3, Larsen 2, Groetzki 6, Reinkind 6, Guardiola 2, Ekdahl Du Rietz 4