Lingenfeld: US-Gefahrstofflager – Mehr Transparenz gefordert

Im Streit um die Erweiterung des Gefahrstofflagers der US-Armee in Lingenfeld (Kreis Germersheim) von 70 auf 1 900 Tonnen gibt es Bewegung. Nach Angaben der Kreisverwaltung hat die Behörde für Verteidigungslogistik der US-Armee (DLA) zugesagt, eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag zu geben, fall dies von der Genehmigungsbehörde gefordert wird. Bis Ende Januar müssen die Amerikaner beim Landkreis den Antrag für die Erweiterung einreichen. Die Verwaltung wird dann prüfen, ob und zu welchen Bedingungen ein größeres Gefahrstofflager genehmigt wird. Nach Angaben der Kreisverwaltung haben die Vertreter der DLA bestätigt, dass keine Waffen oder Munition gelagert werden. Vertreter von Kommunen, Kreis aber auch von Bürgerinitiativen und der US-Behörde DLA hatten sich am Montag getroffen, um über den umstrittenen Ausbau des Gefahrstofflagers der US-Armee zu sprechen. Landrat Fritz Brechtel (CDU) hatte laut Kreisverwaltung eine Verlängerung der Antragsfrist zugesagt, „wenn es der Genauigkeit und Transparenz dient“. Aus seiner Sicht sollen Listen so konkret wie möglich erfasst werden. Auch müsse definiert werden, was nicht in Lingenfeld gelagert werden soll – etwa Kampfmittel oder Munition. Das soll „dem Sicherheitsempfinden der Bevölkerung Rechnung tragen“, so Brechtel. Der Vorsitzende der „Bürgerinitiative Kein Gefahrstofflager im
US-Depot Germersheim/Lingenfeld“ zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit den Gesprächen. Zwar sei es irritierend, dass kein weniger stark besiedeltes Gebiet als Standort für ein solches Lager diskutiert werde, insgesamt sei es aber gut, die unterschiedlichen Sichtweisen darzulegen. Er geht davon aus, dass die rechtlichen Hürden für das Vorhaben noch einige Zeit in Anspruch nehmen. (dpa/lrs/asc)