Löwen: Der Frust nach Brest

Für die Rhein-Neckar Löwen wurde der Trip nach Weißrussland eine Abenteuerreise zum Vergessen. Nach der ebenso unnötigen wie unerwarteten 28:30-Niederlage in der Champions League bei Meshkov Brest hatten die geschlagenen Handballer aus Mannheim nur noch ein Ziel: Sie wollten so schnell wie möglich nach Hause. „Ich bin natürlich ich sehr enttäuscht“, sagte Trainer Nikolaj Jacobsen am Samstagabend nach dem bitteren Rückschlag. Es war die erste Schlappe für die Löwen in dieser Champions-League-Saison. Frustriert machte sich der deutsche Meister noch am Samstagabend auf den Heimweg.

Ein flüssiges Kombinationsspiel, eine sattelfeste Abwehr, ein Torwart als Impulsgeber – all das gab es bis zum 11:11 nach 22 Minuten nur bedingt – und dann bis zum 12:17-Pausenstand gar nicht mehr. „Das darf uns nicht passieren, eine so kurze Periode mit 1:6 zu verlieren. Letztendlich war der Rückstand beim Seitenwechsel dann auch zu hoch“, meinte Rechtsaußen Patrick Groetzki. In der Tat brachten sich die Löwen in katastrophalen acht Minuten um ein besseres Resultat, weil sie Ballgewinne für Brest ermöglichten und unsortiert einfache Treffer kassierten. Die Nordbadener selbst hingegen bekamen in der Abwehr keinen Zugriff auf den Gegner, ihr gefürchtetes Konterspiel blieb aus. „In der ersten Halbzeit hatten wir nicht so viele Torwartparaden und Ballgewinne. Dann ist es schwer, ins Tempospiel zu kommen“, analysierte Groetzki. Er legte mit seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel zwar eine Aufholjagd bis zum zwischenzeitlichen 17:20 (38.) hin, doch letztendlich strahlte nur der elffache Torschütze Kim Ekdahl du Rietz Gefahr aus.

„Besonders in der ersten Halbzeit haben wir zu wenig investiert, das reicht in der Champions League dann eben nicht“, sagte Jacobsen und haderte mit der Vorstellung seines Teams: „Wir haben nur in der zweiten Hälfte den Handball gespielt, den ich mir vorstelle.“ Den Kräfteverschleiß bei seinem dünnen Kader, der noch am Mittwoch beim 27:20-Sieg in der Bundesliga beim VfL Gummersbach gefordert war, wollte der Däne indes nur bedingt als Erklärung für den Patzer in Weißrussland gelten lassen. „Natürlich haben wir vor drei Tagen noch gespielt und Brest nicht. Aber wenn wir hier von Beginn an so auftreten wie in der zweiten Halbzeit, dann punkten wir auch.“ (dpa)