Löwen: Martin Schwalb feiert gelungenen Einstand

Die Rhein-Neckar Löwen haben ihr erstes Spiel mit ihrem neuen Trainer Martin Schwalb gewonnen. Im EHF-Pokal bezwang der Handball-Bundesligist am Mittwochabend den spanischen Vertreter Liberbank Cuenca mit 36:25 (21:13). Durch den vierten Sieg im vierten Spiel ist den Nordbadenern der erste Platz in der Gruppe B und somit der Viertelfinaleinzug kaum noch zu nehmen. Vor 1403 Zuschauern in der Mannheimer GBG Halle war Andy Schmid mit acht Treffern bester Torschütze der Löwen, die sich dank eines schnellen Umschaltspiels früh auf 17:9 (21.) absetzten. Nach dem Seitenwechsel verwaltete der Bundesligist seinen Vorsprung.

Wenige Stunden vor dem Anpfiff war Schwalb bei seiner offiziellen Präsentation als Nachfolger des am vergangenen Samstag geschassten Kristján Andrésson mit einem Lachen und leuchtenden Augen auf die große Handball-Bühne zurückgekehrt. „Ich habe richtig Bock auf diese Aufgabe“,  sagte der 56-Jährige. Seit seiner Entlassung beim HSV Hamburg saß der gebürtige Stuttgarter sechs Jahre lang nicht mehr auf der Bank – entsprechend heiß ist er auf den Job. Seit dem Anruf von Löwen-Sportchef Oliver Roggisch am Samstagabend mache er sich jede Nacht Gedanken, wie er mit der Mannschaft umgehen, sie entwickeln wird, berichtet Schwalb. „Ich habe eine Gänsehaut und freue mich auf das erste Training, auf das zweite Training und darauf, etwas zu entwickeln. Jetzt kann ich das machen, was ich liebe“, sagt der Coach, der beim zweifachen deutschen Meister einen Vertrag bis Sommer 2021 erhält und die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur bringen soll.

In der Bundesliga geht es am Samstag (20.30 Uhr) gegen die TSV Hannover-Burgdorf, es steht also gleich ein Spitzenspiel an. „Wir werden gewinnen“, kündigt Schwalb optimistisch an. Eine genaue Platzierung, wo er mit dem momentanen Tabellensechsten bis zum Saisonende noch hin will, nennt er indes nicht. Der 56-Jährige stellt lieber etwas anderes in den Fokus. Er will den Löwen wieder eine
Identität vermitteln. „Das erste Ziel ist es, dass man uns erkennt. Man soll sehen und wissen, was wir in der Abwehr, im Angriff und im Gegenstoß machen, damit der eine oder andere vielleicht auch Respekt vor uns hat“, sagt Schwalb und lässt sich gar nicht erst zu irgendwelchen weitergehenden Prognosen hinreißen: „Ich werde jetzt nicht sagen, dass wir drei Spiele gewinnen und die anderen Partie anders gestalten.“ Auffällig: Das Wort Niederlage nimmt der neue Löwen-Trainer gar nicht erst in den Mund, auch wenn er ganz genau weiß, dass seine Mannschaft nicht immer siegen wird: „Ich bin Realist und kein Fantast.“

Er ist aber auch so etwas wie der Hoffnungsträger der Löwen und fühlt sich sechs Jahre nach seinem Herzinfarkt bereit für diese Herausforderung: „Ich bin topfit, niemand muss sich Sorgen machen. Ich rauche nicht mehr, trinke nur noch ab und zu ein Gläschen Wein.“ (dpa/wg)