Löwen: Mit Sieg an die Tabellenspitze

Mannheim. Die Rhein-Neckar Löwen haben am 3. Spieltag der Handball-Bundesliga die Tabellenführung übernommen: Voraus gegangen war ein klarer Heimsieg gegen Aufsteiger Erlangen. Die Badener ließen den Franken beim 35:18 keine Chance.

Mit einer starken ersten Hälfte legten die Gelbhemden den Grundstein für den 20. Bundesliga-Sieg in Folge. „Wir haben sehr gut angefangen und dem Gegner keine Chance gegeben, in das Spiel zu finden“, sagte Alexander Petersson. Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen urteilte im abschließenden Pressegespräch: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben von Beginn an sehr konzentriert in der Abwehr gespielt. Was mich am meisten freut, ist, dass wir in der zweiten Halbzeit trotz des hohen Vorsprungs konzentriert weitergespielt haben.“ Sein Gegenüber Frank Bergemann befand: „Eine so hohe Niederlage ist sehr ungewohnt für uns. Die Löwen haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie eine Spitzenmannschaft sind. Sie haben jeden Fehler von uns, von denen wir nicht zu wenig gemacht haben, gnadenlos bestraft.“

Die Löwen erwischten einen deutlich besseren Start als zuletzt im Heimspiel gegen den SC Magdeburg und am Mittwoch in Bietigheim. Mads Mensah Larsen sorgte gleich im ersten Angriff der Badener für die Führung, der dänische Neuzugang erzielte anschließend auch das 2:1. Danach konnten sich die Löwen, die im Angriff fehlerfrei agierten, weiter absetzen. Ein Block von Gedeon Guardiola leitete den Tempogegenstoß zum 3:1 durch Myrhol ein, ein weiterer Block des Spaniers das 4:1, das Guardiola dann auch noch selbst erzielte. Nach der ersten Parade von Löwen-Torwart Niklas Landin folgte gar das 5:1 durch Larsens dritten Treffer (6.). Erlangen reagierte mit einer Auszeit, die Fans der Löwen mit den ersten „Ole ole“-Gesängen.

Und die Hausherren gaben gegen den Aufsteiger weiter Vollgas, Alexander Petersson legte das 6:1 und 7:2 nach. Die Badener standen in der Abwehr äußerst konzentriert, zudem hatte Landin nach zwölf Minuten schon vier Paraden zu Buche stehen. So konnten die Löwen immer wieder durch Tempogegenstöße, wie beim 8:2 durch Patrick Groetzki, oder über die zweite Welle, wie beim 10:3 durch Petersson, zu schnellen und einfachen Toren kommen. Nach einer Viertelstunde lagen die Badener, die den Gegner teilweise im wahrsten Sinne des Wortes überrannten, bereits mit acht Treffern vorne (12:4). Die Löwen hatten sich bis dahin noch keinen Fehlwurf erlaubt, lediglich zweimal kam ein Pass im Angriff nicht an. Erst nach 20 Minuten scheiterte Guardiola erstmals an Gäste-Torwart Jan Stochl. Da stand es bereits 14:6 für die Badener – Erlangen nahm bereits die zweite Auszeit.

Auch diese verpuffte. Begünstigt durch zwei Überzahlsituationen setzten sich die Badener weiter ab, führten durch Treffer von Larsen, Petersson, die beide bis zur Pause bereits fünfmal erfolgreich waren, und Uwe Gensheimer nach 26 Minuten beim 17:7 erstmals mit zehn Treffer. Die Gäste konnten zwar nochmals auf acht Treffer verkürzen, Tore von Harald Reinkind und Patrick Groetzki Sekunden vor der Halbzeitsirene sorgten dann aber für das 20:10 und wieder zehn Treffer Vorsprung.

Wer nun dachte, die Löwen wären satt, sah sich getäuscht. Durch Treffer von Gensheimer, Myrhol und Larsen eilten die Gelbhemden auf 23:10 (34.) davon, kurz darauf, nach einem erfolgreichen Tempogegenstoß von Guardiola, waren es sogar 14 Treffer Vorsprung. Und da die Abwehr und Torhüter Landin zu Beginn der zweiten Hälfte nichts zuließen, außer einem Siebenmetertreffer durch Sveinsson, stand es nach 40 Minuten gar 26:11.

Anschließend wechselte Löwen-Coach Jacobsen durch – der Däne brachte Bastian Rutschmann für Landin, Tim Suton für Schmid und Stefan Sigurmannsson für Gensheimer. Was den Angriffswirbel der Löwen nur geringfügig hemmte, denn die Badener konnten sich weiter absetzen, nach 48 Minuten und einem 3:0-Lauf durch Treffer von Myrhol, Larsen und Sigurmannsson stand es 30:12. Den Gästen waren bis zu diesem Zeitpunkt im zweiten Durchgang erst zwei Treffer gelungen, nur einer davon aus dem Spiel heraus.

Nach 53 Minuten hallten dann die ersten „Steht-auf-wenn-ihr-Löwen-seid“-Sprechchöre durch die SAP Arena. Da führte der neue Tabellenführer mit 32:15. Und die Badener wollten ihren Zuschauern noch etwas bieten, durch Tore von Petersson und Myrhol krazten sie beim 34:15 (57.) sogar an der 20-Tore-Differenz-Marke. In den Schlussminuten konnten die Gäste das Ergebnis dann noch etwas erträglicher gestalten, den letzten Treffer der Partie zum 35:18-Endstand erzielte Harald Reinkind. /RNL/WG)