Löwen: „Terminstress hat neuen Höhepunkt erreicht“ – zwei Spiele in zwei Tagen

Die Rhein-Neckar Löwen empören sich wegen der Festsetzung des Champions League-Spiels beim FC Barcelona durch die EHF. Am Tag nach dem 31:31 in Mannheim geht der Deutsche Handball-Meister mit Blick auf das Auswärtsspiel bei den Katalanen in die Offensive: „Der Terminstress im Handball hat einen neuen Höhepunkt erreicht. (…) Am Sonntag, 12. November, um 19.00 Uhr treten die Löwen beim Rekordsieger der Königsklasse an und das nur einen Tag nach dem Auswärtsspiel der Mannheimer in der DKB Handball-Bundesliga am Samstag, 11. November um 18:10 Uhr beim SC DHfK Leipzig.

„Grenze überschritten!“

„Wir haben die Terminierung unseres Auswärtsspiels in Barcelona zur Kenntnis genommen und müssen nun erst einmal sehen, wie wir mit der Situation umgehen. Fakt ist, dass wir als Rhein-Neckar Löwen alle Beteiligten seit Monaten über die Terminproblematik dieser Partie hingewiesen haben“, findet Löwen-Geschäftsführerin Jennifer Kettemann deutliche Worte. „Zwei Spiele an zwei Tagen, ohne Regeneration und Vorbereitung, verbunden mit einer Reise von Leipzig nach Barcelona, das hat es in der Vergangenheit noch nicht gegeben. Hier wurde ganz klar eine Grenze überschritten, was wir so nicht akzeptieren können“, ist auch der Sportliche Leiter der Löwen, Oliver Roggisch, wenig angetan über den Terminplan seiner Mannschaft. Dennoch wollen die Löwen beide Spiele mit ihrer Bestbesetzung angehen. „Unsere Mannschaft möchte das Spiel in Barcelona absolvieren, wir müssen nun aber erst einmal schauen, wie wir in der Nacht von Leipzig nach Barcelona kommen. Neben der Belastung unseres Teams erwarten uns nun natürlich auch deutliche Mehrausgaben“, prophezeit Jennifer Kettemann. „Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte unsere 2. Mannschaft die Partie in Barcelona absolviert. Ich bin sehr stolz auf unsere Spieler, die dieses Spiel in Barcelona aber unbedingt spielen wollen, weil es eben auch etwas Besonderes ist, in der Champions League an den Start zu gehen“, so die Geschäftsführerin weiter.

„Sprengt Vorstellungskraft“

„Durch den neuen TV-Vertrag in Deutschland kommt es für die Europapokalteilnehmer bereits jetzt schon mehrmals zu Einsätzen am Donnerstag in der Bundesliga und am Samstag im Europapokal. Aber Samstag und Sonntag, zwei Auswärtsspiele zu absolvieren, das sprengt eigentlich meine Vorstellungskraft“, so Kettemann abschließend, die gleichzeitig hofft, „dass so ein Fall im gesamten europäischen Handball nie wieder vorkommt. Jeder Club sollte eine Pause von mindestens drei Tagen zwischen zwei Pflichtspielen haben“, fordert Kettemann ein Umdenken bei der Terminansetzung. (wg)