Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse ist neue Vize-Präsidentin des Deutschen Städtetags

Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse (57) ist neue Vize-Präsidentin des Deutschen Städtetags. Zum Präsidenten wurde bei der Hauptversammlung des kommunalen Spitzenverbands der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly (52) mit großer Mehrheit gewählt. Er tritt die Nachfolge des Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude (SPD) an. Lohses Amt war zuvor vakant.

 

Der 65-jährige Ude hatte nicht mehr kandidiert. Er darf aus Altersgründen bei der OB-Wahl in München 2014 nicht mehr antreten und hatte das Amt des Städtetags-Präsidenten seit 2005 – mit Unterbrechung – sechs Jahre inne. Maly und Lohse waren die einzigen Kandidaten für die Spitzenämter.

 

Frankfurts langjährige Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) wurde zum 10. Ehrenmitglied des mehr als 100 Jahre alten Verbands gewählt. Sie hatte 2012 ihr Amt als OB und Städtetags-Vize vorzeitig abgegeben. Roth (68) war die erste Frau, die den Spitzenverband der deutschen Städte mehrere Jahre lang als Präsidentin führte – mit Unterbrechung stand sie von 1997 bis 2011 insgesamt sieben Jahre an der Spitze. (dpa)

 

Von Ludwigshafen auf die Bundesebene: Dr. Eva Lohse im Kurzporträt

Sie regiert die jüngste Großstadt in Rheinland-Pfalz: Eva Lohse (CDU ) ist Oberbürgermeisterin des erst Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Ludwigshafen. Am heutigen Donnerstag wird ein weiteres hohes Amt hinzukommen, denn Lohse soll zur Vize-Präsidentin des Deutschen Städtetags gewählt werden. Die 57-Jährige freut sich auf das neue Amt, in dem sie die «ehrenamtliche Weiterführung einer OB-Tätigkeit sieht», wie sie sagt. Sich für die Anliegen der Städte in Berlin stark zu machen, sei eine wichtige Aufgabe.

 

Lohse führt mit Ludwigshafen die Stadt an, in der sie auch geboren wurde. Die promovierte Verwaltungsjuristin hat die Region außer für kleine Zwischenstationen etwa während ihres Studiums nicht groß verlassen. Dennoch will sie in ihrer neuen Funktion beim Städtetag das Große und Ganze im Blick haben.

 

Allein schon deshalb, weil die übergeordneten Ebenen so große Auswirkungen auf Kommunen wie Ludwigshafen haben: Denn dass Städte und Gemeinden seit Jahren finanziell so angeschlagen sind, sei vor allem Schuld von Bund und Ländern, die bei Gesetzesvorhaben die Kommunen zahlen ließen – ohne dass ihnen im Gegenzug genügend Geld zur Verfügung gestellt werde, kritisiert sie.

 

Oberbürgermeisterin von Ludwigshafen wurde Lohse im Januar 2002, als erste Frau und erstes Mitglied der CDU. In ihrer Kommune, die mit rund 165 000 Einwohnern die zweitgrößte des Landes ist und überregional vor allem als Standort des weltgrößten Chemiekonzerns BASF bekannt ist, muss sich die Mutter zweier Töchter derzeit unter anderem mit dem Streit um die Zukunft der maroden Hochstraße beschäftigen – eine mehrspurige, markante Konstruktion, die den Verkehr aus der Pfalz über Ludwigshafen hinweg direkt nach Mannheim trägt. Klar ist bisher: Sowohl der Abriss als auch die Sanierung werden viele Millionen kosten. (dpa/lsw)

 

Anfang April war Dr. Eva Lohse exklusiv zu Gast in der RNF Sendung „Zur Sache“