Ludwigshafen: 2014 explodierte Gaspipeline hatte dünne Wand – Gutachten

Zu der tödlichen Explosion einer Gaspipeline in Ludwigshafen im Jahr 2014 könnte es auch aufgrund einer sehr geringen Wandstärke der Rohrleitung gekommen sein. Ein Sachverständiger habe herausgefunden, dass an dem geschädigten Rohrabschnitt teilweise statt der ursprünglich vorhandenen Wandstärke der Gashochdruckleitung von 8,8 Millimetern nur noch weniger als ein Millimeter vorhanden gewesen sei, teilte die Staatsanwaltschaft Frankenthal am Donnerstag mit.
Nun solle bei einer Versuchsreihe untersucht werden, ob es deswegen auch bei „umsichtigem“ Arbeiten an der Leitung zu dem Unglück gekommen wäre. Die Reihe werde im März 2017 beginnen, ein Gutachten im Oktober erwartet. Nur so könne geprüft werden, ob Verantwortliche der Pipeline-Betreiberin und einer Baufirma pflichtwidrig gehandelt hätten. Bislang gingen die Ermittler davon aus, dass beim Freilegen der Pipeline Sorgfaltspflichten verletzt wurden.
Bei der Explosion am 23. Oktober 2014 waren zwei Mitarbeiter der Baufirma ums Leben gekommen, 22 Menschen wurden verletzt. Zudem entstand ein Millionenschaden. Damals hatte eine hessische Baufirma im Auftrag der Kasseler Firma Gascade die Leitung freilegen sollen.(dpa/lrs)