Ludwigshafen: 500 Menschen trauern um BASF-Opfer

In einem bewegenden Gottesdienst haben rund 500 Menschen in Ludwigshafen der Opfer des BASF-Unglücks vor knapp zwei Wochen gedacht. Dabei sprachen Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen am Sonntag zu Angehörigen und Kollegen der Getöteten und Verletzten sowie zu Einsatzkräften. „Nichts ist mehr wie es bisher war“, sagte Pfarrerin Anne Henning, Notfallseelsorge-Beauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz. Nach der Explosion bei der BASF in Ludwigshafen ist die Zahl der Todesopfer auf vier gestiegen. Ein 33 Jahre alter Werksfeuerwehrmann starb, wie berichtet, am Samstag an seinen Verletzungen. Bei einer Explosion mit nachfolgenden Bränden im sogenannten Landeshafen Nord waren am 17. Oktober zunächst drei Menschen getötet worden, zwei Mitarbeiter der Werksfeuerwehr und der Matrose eines Tankschiffs. 30 Menschen wurden verletzt, acht davon schwer. Dazu gehörte auch der jetzt verstorbene Feuerwehrmann. Er hatte seit dem Unglück auf der Intensivstation gelegen. „Ich bin zutiefst betroffen, dass infolge des Unglücks ein weiterer Mitarbeiter verstorben ist. Die ganze BASF trauert“, wurde der BASF-Vorstandsvorsitzende Kurt Bock in der Mitteilung zitiert. Ermittler vermuten, dass sich der Unfall ereignete, als ein Mitarbeiter einer Fremdfirma eine falsche Rohrleitung anschnitt. Bei der Explosion waren auch gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt worden. Messungen ergaben nach Angaben des Unternehmens bislang aber keine auffälligen Werte. „Die Messungen werden von BASF und den Behörden fortgeführt“, sagte ein Sprecher am Sonntag. Zwar würden die technischen Hintergründe des Unglücks allmählich deutlich, sagte Pfarrerin Henning. „Doch die Fragen bleiben und treiben uns um. Wie kann so etwas geschehen? Wäre das Unglück vermeidbar gewesen?“, sagte die Geistliche. Der katholische Dekan Alban Meißner bat Gott darum, dass die Familien der Toten die Hilfe bekommen, die sie brauchen, „um wieder zurück ins Leben zu finden“. Die protestantische Dekanin Barbara Kohlstruck sagte: „Wir denken an die Verletzten, die immer noch im Krankenhaus liegen, dass ihnen geholfen wird, dass sie überleben“. Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) und die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) kamen zu der Feier, bei der ein Imam ein muslimisches Gebet vortrug. Von der BASF war unter anderem der Ludwigshafener Werksleiter Uwe Liebelt dabei. (dpa)