Ludwigshafen: BASF macht weniger Umsatz – Dividende steigt aber – Belastungen wegen Coronaviris erwartet

Eine lahmende Automobilbranche, Handelskonflikte und das Coronavirus: Der Chemiekonzern BASF sieht sich vor zahlreichen Herausforderungen. Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht.Wie es heute bei der Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens in Ludwigshafen hieß, verzeichnete die BASF im vergangenen Geschäftsjahr weniger Umsätze und einen Gewinneinbruch. Auch die Prognose für 2020 ist niczt berauschend: „In diesem Jahr erleben wir bereits in den ersten beiden Monaten eine hohe Unsicherheit in der Weltwirtschaft“, sagte Vorstandschef Martin Brudermüller bei der Vorlage der Jahreszahlen. Mit dem Coronavirus sei ein neuer Faktor hinzugekommen, der das Wachstum am Jahresanfang vor allem in China erheblich belaste. Eine geringere Nachfrage und Produktionsausfälle in vielen Branchen seien Folgen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus. So blieben viele Fabriken in China derzeit geschlossen oder produzierten in geringerem Umfang. Vor allem im ersten und zweiten Quartal rechnet die BASF mit negativen Effekten. Zudem erwarte er nicht, „dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können“, fügte Brudermüller hinzu.

Dennoch will BASF im laufenden Jahr nach einem Umsatzrückgang 2019 wieder zulegen. Die Erlöse sollen auf 60 Milliarden bis 63 Milliarden Euro steigen – nach 59,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Für 2019 will BASF trotz eines Rückgangs des operativen Gewinns etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten als erwartet. Die Dividende soll um 10 Cent auf 3,30 Euro je Aktie steigen. Der Gewinn nach Steuern und Minderheiten kletterte 2019 im Jahresvergleich um knapp 80 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Allerdings war hier ein Buchgewinn aus der Dekonsolidierung der Öl-und Gastochter Wintershall von rund 5,7 Milliarden Euro enthalten.

„2019 war ein herausforderndes Jahr mit starkem weltwirtschaftlichem Gegenwind“, sagte Brudermüller. Die Handelskonflikte zwischen den USA und China wirkten negativ, wichtige Absatzmärkte entwickelten sich langsamer. Verstärkt worden sei dies durch Unsicherheiten wegen des Brexit. Die Industrie- und Chemie-Produktion sei langsamer gewachsen als erwartet. Zudem sei die Nachfrage aus wichtigen Kundenbranchen deutlich zurückgegangen, vor allem aus der Automobilindustrie. Der Umsatz sank 2019 um 1,5 Prozent auf 59,3 Milliarden Euro. Um den Konzern durch schlankere Strukturen und einfachere Abläufe profitabler zu machen, setzte der seit fast zwei Jahren amtierende Brudermüller Ende 2018 ein Sparprogramm auf. Dazu gehören auch Stellenstreichungen. Den Sparkurs habe BASF beschleunigt, sagte Brudermüller. Nun soll der geplante Abbau von 6000 Stellen bereits Ende 2020 erreicht werden und damit ein Jahr früher als geplant. Im vergangenen Jahr baute BASF weltweit bereits 3100 Stellen ab. (mho/dpa)