Ludwigshafen: 100 Millionen Euro Sonderzahlung an BASF-Mitarbeiter zum Jubiläum

Die BASF ist mit verhaltenen Erwartungen ins Jubiläumsjahr 2015 gestartet. Sie geht davon aus, dass die Gewinnziffer – bei dem Chemiekonzern ist das das EBIT vor Sondereinflüssen – am Ende etwa auf dem Niveau von 2014 liegen wird. Der Umsatz werde voraussichtlich leicht steigen.

Als Gründe für die Stagnation nannte BASF-Vorstandschef Dr. Kurt Bock bei der Bilanzpressekonferenz besonders hohe Unsicherheiten bei Öl- und Rohstoffpreisen sowie in den Wechselkursen. „Niemand hätte im vergangenen Jahr geglaubt, dass der Ölpreis in dieser Art und Weise einbricht. Ich kenne zumindest keinen“, sagte Bock. Die selbst gesteckten Ziele nannte er unter den gegebenen Rahmenbedingungen „sportlich“. Das Wachstum in den Schwellenländern habe sich verlangsamt. Andererseits rechnet Bock „mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft, der Industrieproduktion und auch der Chemieindustrie verglichen mit 2014“.

Jubiläums-Sonderzahlung von 100 Millionen Euro

In seiner Rede kündigte der Vorstandsvorsitzende zum 150. Geburtstag eine Sonderzahlung von 100 Millionen Euro an die Mitarbeiter der BASF-Gruppe weltweit an. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die Basis für unseren langfristigen Erfolg – und dies seit 150 Jahren. Im Namen des gesamten Vorstandes bedanke ich mich für ihren Einsatz und ihre Verbundenheit zu unserem Unternehmen.“ Die Höhe der Jubiläumsprämie für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werde bis Ende März von den lokalen Gesellschaften festgelegt. Die Auszahlung der Jubiläumsprämie erfolge in der Regel im Jubiläumsmonat April.

Für die Beschäftigten vieler Gruppengesellschaften gebe es doppelten Grund zur Freude, so Kurt Bock: „Wie üblich werden in den kommenden Monaten auch die erfolgsabhängigen Boni ausgezahlt.“ Von den erfolgsabhängigen Sonderzahlungen profitieren bei der BASF SE laut einer Pressemitteilung des Unternehmens 33.400 tarifliche und außertariflichen Mitarbeiter. An sie schüttet das Unternehmen 345 Millionen Euro zusätzlich aus (Vorjahr: 336 Millionen Euro). Grundlage für die Höhe der individuellen Erfolgsbeteiligung sei die im Mitarbeitergespräch festgelegte Leistungsbeurteilung für 2014.

Höherer Gewinn als im Vorjahr

Am Morgen stellte der Konzern in Ludwigshafen die Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2013 leicht um 0,5 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro. Das EBIT vor Sondereinflüssen legte um vier Prozent auf 7,4 Milliarden Euro zu. „Unser Ziel für 2014 haben wir erreicht: Wir haben das Ergebnis gesteigert – trotz der enttäuschenden Konjunkturentwicklung in Europa. Wir sind profitabel gewachsen. Wir haben unser Chemiegeschäft weiter gestärkt und die Margen wiederum verbessert. Unsere Kosten haben wir im Griff. Das ist eine beachtliche Leistung des gesamten BASF-Teams“, so Dr. Kurt Bock.

Die Dividende soll leicht steigen. Der Vorstand schlägt eine um zehn Cent erhöhte Ausschüttung von 2,80 Euro vor.

Operativ lief es für die Ludwigshafener im letzten Quartal 2014 besser als von Analysten erwartet. Der operative Gewinn vor Sondereffekten erhöhte sich um 2,8 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Dazu trugen vor allem die Sparten Chemikalien und Agrochemie bei. Das Öl- und Gasgeschäft hingegen war vom Ölpreisverfall belastet.

Investitionsprogramm zunächst abgeschlossen

Ein großes, weltweites Investitionsprogramm der BASF steht vor dem Abschluss. „Im Jahr 2015 wird eine ganze Reihe von Anlagen in Betrieb gehen – Anlagen, die die nächsten zehn, 20 oder 30 Jahre produzieren werden“, sagte Bock. Als Beispiele nannte er Anlagen für Polyurethan-Grundprodukte in Ludwigshafen (TDI) und in Chongqing/China (MDI) sowie einen Produktionskomplex für Acrylsäure und Superabsorber in Camaçari/Brasilien. Die Investitionen seien die Grundlage für künftiges Wachstum. Nach Abschluss der Großprojekte werde das Unternehmen 2015 deutlich weniger investieren. (rk, aktualisiert 11:45 Uhr)


 

INFO: Alle Ergebnisse des Jahres sind auf der Webseite der BASF abrufbar. Ab 10:30 Uhr überträgt das Unternehmen die Pressekonferenz im Livestream. Wir berichten auch am Abend in RNF Life.