Ludwigshafen: BASF sieht kein Sicherheitsdefizit

Der Chemiekonzern BASF sieht auch angesichts des Explosionsunglücks in Ludwigshafen keine Defizite in der Sicherheit.
„Unsere Anlagen sind in einem zuverlässigen Zustand“, sagte BASF-Werksleiter Uwe Liebelt am Donnerstag bei einer gemeinsamen Sondersitzung dreier Ausschüsse des Landtags Rheinland-Pfalz. „Dieser Standort hat in den letzten zehn Jahren eine Investitionswelle erlebt.“ Er räumte ein, dass es in diesem Jahr mit 16 Umweltereignissen mehr als in den Vorjahren gegeben habe. Der Hauptgrund dafür sei eine hohe Zahl turnusmäßiger Abstellungen von Anlagen für Inspektionen und das Anfahren neuer Anlagen. Das Unglück mit drei Toten und 30 Verletzten am Montag vergangener
Woche geht nach vorläufiger Einschätzung der BASF auf einen Schnitt in einer Leitung neben einer leeren Propylenleitung zurück, die repariert wurde. Eine Trennscheibe beim Schnitt habe Funken erzeugt, sagte Liebelt. Dies könne die Explosion ausgelöst haben. Als mutmaßlicher Verursacher gilt ein Mitarbeiter einer Fremdfirma. „Bei der Auswahl dieser Firmen gelten sehr hohe Standards“, sagte der Werksleiter. Zu Umweltfolgen sagte er, eine Bodenbelastung sei wahrscheinlich, werde aber noch geprüft.

Unter dem Eindruck der tödlichen Explosion legt der Konzern BASF heute die Zahlen für das dritte Quartal 2016 vor. Vorstandsmitglied Kurt Bock will sich bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz zu dem Unglück vom 17. Oktober äußern. Wichtige Eckdaten zum dritten Quartal hatte BASF bereits überraschend vorgelegt. Es fehlt noch der Gewinn nach Steuern. Wegen des Verkaufs seiner Erdgashandelsaktivitäten verzeichnete der Chemieriese von Juli bis Ende September einen kräftigen Umsatzeinbruch. Die Erlöse sackten nach ersten Berechnungen auf 14,0 Milliarden Euro ab – knapp ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach um 22,5 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro ein. (dpa/lrs/wg)