Ludwigshafen: Bei OB-Wahl geht SPD-Kandidatin Steinruck mit Vorsprung in Stichwahl

Alles wartete auf Rheingönheim. In Ludwigshafens südlichstem Stadtteil dauerte es eine geschlagene halbe Stunde, bis gegen 21.30 Uhr die Briefwähler endlich ausgezählt waren. Alle anderen der insgesamt 132 Wahlbezirke in der Stadt hatten ihre Ergebnisse bereits abgeliefert, aber erst nachdem mit Rheingönheim die Auszählung komplett war, stand das vorläufige Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen fest.

Es sieht die SPD-Kandidatin Jutta Steinruck mit 48,3 Prozent der Stimmen als Siegerin des ersten Wahlgangs. Ihr härtester Konkurrent Dr. Peter Uebel (CDU) schaffte es auf 40,1 Prozent. Die weiteren Kandidaten Thorsten Portisch (parteilos) und Dirk Schmitz (AfD) erzielten 6,2 bzw. 5,4 Prozent der Stimmen. Das Quartett bewarb sich um die Nachfolge der amtierenden Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse (CDU), die nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidierte. In drei Wochen, am 15. Oktober, kommt es nun zur Stichwahl zwischen Steinruck und Uebel. Die Wahlbeteiligung lag bei 60,2 Prozent – das sind 16 Prozent mehr als bei der letzten OB-Wahl im Juni 2009.

Bei der Wahlparty im Ludwigshafener Rathaus wirkten die beiden Favoriten lange Zeit nervös. Jutta Steinruck erschien um 18.25 Uhr als erste im Sitzungssaal des Stadtrates. Dr. Peter Uebel gesellte sich gegen 20 Uhr als letzter der Kandidaten unter die etwa 200 Besucher. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass der 53jährige Mediziner den ersten Wahl-Durchgang nicht mehr für sich entscheiden konnte.

Nach dem die Ergebnisse der 132 Stimmbezirke nach und nach eintrudelten, baute Steinruck ihren Vorsprung zeitweise auf mehr als zehn Prozent aus und war drauf und dran, die absolute Mehrheit, also 50 Prozent plus eine Stimme, zu knacken. Das hätte zum direkten Wahlsieg gereicht. Am Ende konnte Uebel aber wieder zulegen und verkürzte den Abstand schließlich auf 8,2 Prozentpunkte. Er zeigte sich im Gespräch mit RNF einerseits enttäuscht über den Wahlausgang, zugleich aber auch kämpferisch, was sein Engagement in den drei Wochen bis zur Stichwahl betrifft. „Noch ist nichts entschieden“, sagte Uebel.

Das sieht auch die 54 Jahre alte SPD-Frau Jutta Steinruck so. Sie wolle ihre Anhängerschaft weiterhin mobilisieren, sagte die derzeitige SPD-Europaabgeordnete. Sie strebe natürlich auch an, Oberbürgermeisterin für alle Ludwigshafener zu sein und hofft deshalb im zweiten Wahlgang auf Stimmen aus den Portisch- und Schmitz-Lagern. Zusammen kamen beide auf 11,6 Prozent – Stimmen, die jetzt neu zu vergeben sind.

Zu einer Wahlempfehlung wollte sich der 48jährige Unternehmer Thorsten Portisch gegenüber RNF aber noch nicht hinreißen lassen. Dirk Schmitz, der zwar AfD-Mitglied ist, aber als unabhängiger Kandidat antrat, ließ sich bei der rund vierstündigen Wahl-Party nicht blicken. Stimmen und Stimmungen zur OB-Wahl fassen wir am Montag in RNF-aktuell um 12 und um 16 Uhr sowie in RNF-Life am Abend zusammen. (mho)