Ludwigshafen: Entwarnung um 14.14 Uhr – 500-kg-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist entschärft – Entschärfung dauerte etwa eine Stunde – 18.500 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen

Experten des Kampfmittelräumdienstes haben in Ludwigshafen eine 500-kg-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die Arbeiten waren um 14.12 Uhr abgeschlossen. Alle Warnungen wurden durch die Stadt Ludwigshafen aufgehoben. Anwohner können in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Zufahrtsstraßen sind wieder frei, Busse und Bahnen verkehren wir gewohnt.

Bild: Stadt Ludwigshafen

Die Evakuierung des Sperrgebiets hatte wie geplant um 08.00 Uhr begonnen. Betroffen waren rund 18.500 Menschen, die vorübergehend ihre Wohnungen verlassen mussten, darunter auch etwa 180 Bewohner von zwei Seniorenheimen. Als Ersatzunterkunft stand die Friedrich-Ebert-Halle bereit.

Insgesamt waren 350 Helfer im Einsatz. Der Blindgänger war bei Baggerarbeiten am Mittwochabend gefunden worden.

Die Einsatzkräfte gingen zunächst davon aus, dass der Sprengkörper ab 12.00 Uhr unschädlich gemacht werden würde. Weil sich zur Mittagszeit aber noch immer Menschen im Gefahrenbereich befanden – die Rede war von „uneinsichtigen Bewohnern“, die ihre Häuser nicht verlassen wollten – wurde die Entschärfung um zunächst 30 Minuten, dann um eine Stunde verschoben. Sie begann schließlich um 13.05 Uhr.

Während die Bürger warteten, begann in der Friedrich-Ebert-Halle gegen 12.40 Uhr die Verpflegung. Auf dem Speiseplan standen Nudeln oder Kartoffelbrei, jeweils mit Bolognesesauce (Bilder siehe unten in dieser Meldung).

Die Entschärfung wirkte sich auch auf das BASF-Werksgelände aus. «Betroffen sind rund 20 Anlagen. Dort läuft die Produktion weiter, aber während der konkreten Entschärfung müssen alle Mitarbeiter dieser Betriebe die Gebäude aufsuchen und dort verbleiben», sagte ein Sprecher des Chemiekonzerns.

Vor der geplanten Entschärfung einer Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ludwigshafen musst der Kampfmittelräumdienst den Sprengkörper erst stabilisieren. «Die Bombe liegt nur zum Teil frei», sagte ein Sprecher des Entschärfungsteams am Sonntag Morgen vor der Aktion. «Wir können nur den Kopfzünder erkennen, den müssen wir entfernen.» Erst danach sei die Arbeit am Heckzünder möglich. «Dazu müssen wir den 500 Kilogramm schweren Sprengkörper verlagern», sagte der Experte. Wie lange die Entschärfung der Bombe vom Typ AN-M65 dauern würde, war zunächst offen. Der Räumdienst war mit sieben Experten vor Ort.

Die Aktion gilt als zweitgrößte Evakuierung in Ludwigshafen in den vergangenen drei Jahrzehnten. 1997 mussten wegen einer Luftmine im Stadtteil Rheingönheim rund 26 000 Bewohner ihre Häuser verlassen. (rk/lrs)