Ludwigshafen: Explosion bei BASF – Stadtverwaltung weitet Vorsichtsmaßnahmen aus

Nach der Explosion bei BASF am gestrigen Montag weitet die Stadt Ludwigshafen ihre Vorsichtsmaßnahmen aus. Bürgerinnen und Bürgern der Stadtteile Pfingstweide, Edigheim, Oppau und Friesenheim empfiehlt die Stadtverwaltung, längere Aufenthalte und Arbeiten im Freien zu vermeiden und Fenster und Türen weiterhin geschlossen zu halten. Als Grund nennt die Stadt, dass die Feuerwehr bei ihren kontinuierlichen Messungen erhöhte Werte verschiedener chemischer Substanzen gemessen habe. Aufgrund der sich momentan ständig verändernden Windrichtung habe sich die Stadtverwaltung entschieden, ihre Sicherheitshinweise auszuweiten. „Der Schutz und die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger stehen für uns an erster Stelle. Daher haben wir uns zu diesem vorbeugenden Schritt entschlossen“, sagte Beigeordneter und Feuerwehrdezernent Dieter Feid.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Stadt: „An der Unglücksstelle im Landeshafen Nord kam es durch die beschädigten Leitungen zu einem Austritt mehrerer chemischer Substanzen. Zurzeit sind die an der Unglücksstelle liegenden Leitungsrohre mit einer dicken Schaumdecke abgedeckt. Dadurch soll verhindert werden, dass weitere Stoffe austreten. In einem kommenden Schritt wird die Feuerwehr sicherstellen, dass alle Leitungen geprüft werden und tatsächlich leer sind. Erst wenn dies erfolgt ist, kann Entwarnung gegeben werden, erläutert Feuerwehrchef Peter Friedrich den Einsatz. Parallel zu ihrem Einsatz vor Ort fährt die Feuerwehr mit Messwagen durch die nördlichen Stadtteile. Am Vorabend sowie am Vormittag kam es immer wieder zu schwallartigen und intensiven Geruchsbelästigungen in den nördlichen Stadtteilen.

Aus dem Umfeld des Ereignisses wurden am gestrigen Montag 133 Menschen evakuiert. Diese Lkw-Fahrer wurden zunächst im Bürgerhaus Oppau untergebracht. Da die Männer am Abend nicht zurück zu ihren Fahrzeugen konnten, wurden 61 Menschen in der Integrierten Gesamtschule Edigheim untergebracht und verpflegt.“Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Feuerwehren, der Polizei und der vielen Hilfsdienste, die seit gestern teilweise pausenlos im Einsatz sind. Ludwigshafen hat ein starkes Sicherheitsnetz, auf das wir stolz sein können“, betonte Feid.

Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, die zur Zeit als Präsidentin des Deutschen Städtetages an der Weltsiedlungskonferenz der Vereinten Nationen in Quito (Ecuador) teilnimmt, ist gestern unmittelbar nach der Explosion telefonisch informiert worden. Sie wird seitdem ständig von Feuerwehrdezernent Dieter Feid auf dem Laufenden gehalten. In einer ersten Reaktion zeigte sie sich erschüttert über den Vorfall: „Ich bin mit meinen Gedanken bei den toten Feuerwehrmännern und ihren Familien, aber auch bei den Vermissten und Verletzten. Das schreckliche Ereignis betrifft nicht nur die BASF, sondern es betrifft die ganze Stadt. Wir leben eng nebeneinander, wir leben miteinander, wir leiden und trauern miteinander.“

Die Aufklärung der Unglücksursache sei jetzt Aufgabe von Staatsanwaltschaft und Polizei: „Wir müssen wissen, was da genau passiert ist und warum es passiert ist. Viele Menschen sind verunsichert, auch weil sie den Eindruck haben, dass sich Störfälle bei der BASF in jüngster Zeit häufen. Wir müssen deswegen auch über die Aufklärung des aktuellen Vorfalls hinaus überlegen, wie wir die Kommunikation verbessern.“ OB Lohse möchte zeitnah gemeinsam mit der BASF ein Bürgerforum zum Thema Gefahrenquellen und Sicherheitsvorkehrungen auf dem Werksgelände und im Umfeld abhalten. Die Oberbürgermeisterin hat für alle öffentlichen Gebäude der Stadt Trauerbeflaggung angeordnet. Im Rathaus und im Rathaus Oppau liegen ab 14 Uhr Kondolenzbücher auf.“