Ludwigshafen: Gasexplosion kostet 2,5 Mio Euro

Bei der tödlichen Gasexplosion von Ludwigshafen ist nach Schätzungen des größten Versicherers ein Schaden von bis zu 2,5 Millionen Euro entstanden. Zerstört oder beschädigt worden seien vor allem Häuser, Autos und
Wohnungseinrichtungen sowie Hausrat, teilte die Versicherungskammer Bayern, der größte Gebäudeversicherer in der Pfalz, am Freitag mit. Durch die Explosion waren am Donnerstag vergangener Woche ein Bauarbeiter getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Zwei von ihnen schwebten auch am Freitag noch in Lebensgefahr. Die Arbeiter einer hessischen Baufirma hatten die Leitung freilegen sollen, an der
bei einer Kontrolle Unregelmäßigkeiten festgestellt worden waren. Nach Angaben des Versicherers seien bereits erste Beträge überwiesen worden, damit den betroffenen Menschen Geld zur Verfügung steht. Unklar bleibt auch mehr als eine Woche nach dem Unglück, warum die Gasleitung in die Luft geflogen war. Wegen eines bestellten Gutachtens dürften Ergebnisse nach Schätzungen der Staatsanwaltschaft erst in mehreren Wochen vorliegen.

Unterdessen gedachten rund 300 Bürger, Helfer und Anwohner haben am Sonntagabend mit Psalmgebeten, Blumen und Hornbläsermusik der Opfer der Gasexplosion vom 23. Oktober gedacht. An der Unglücksstelle
im Ludwigshafener Stadtteil Edigheim entzündeten die Anwesenden Kerzen. Die Andacht wurde von der protestantischen Dekanin Barbara Kohlstruck und dem katholischen Stadtdekan Alban Meißner geleitet.
Kohlstruck sagte, viele Bürger seien für die schnelle und unbürokratische Hilfe nach dem Unglück dankbar. Die Frage nach der Verantwortung sei jedoch ungeklärt. Die Menschen hofften auf Antworten. Auch Vertreter der Stadtfeuerwehr nahmen an der Gedenkveranstaltung teil.

Bei der Explosion einer Gasleitung war ein 58 Jahre alter Arbeiter getötet worden, drei seiner Kollegen wurden schwer verletzt. Zwei von ihnen schwebten auch am Sonntag noch in Lebensgefahr. Die Explosion beschädigte Häuser in der Umgebung, Autos und Baufahrzeuge brannten aus. Die Ursache der Explosion ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Frankenthal weiter unklar. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Brandstiftung und fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. (dpa/wg)