Ludwigshafen: Obdachlose nehmen „Kältewohnung“ bislang nicht in Anspruch

Die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage machen den Obdachlosen zu schaffen. Doch zumindest in Ludwigshafen nehmen sie städtische Hilfe nur begrenzt in Anspruch. Seit diesem Winter gebe es neben den Angeboten der Hilfsorganisationen auch eine „Kältewohnung“, in der Wohnsitzlose kostenfrei und ohne Anmeldung übernachten könnten, teilte eine Stadtsprecherin mit. Das Angebot sei bisher jedoch noch nicht genutzt worden. Standardmäßig biete die Stadt Tagesunterkünfte und Übernachtungsmöglichkeiten an. Bei erhöhtem Bedarf könnten auch kurzfristig zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Wer einen Menschen bei Minusgraden auf der Straße schlafen sieht, solle umgehend den Notarzt rufen – diese Empfehlung gibt der Herzmediziner Thomas Münzel. Eine Übernachtung im Freien bei Frost könne schnell lebensbedrohlich werden, sagte der Professor für Kardiologie an der Mainzer Uniklinik. Viele Obdachlose suchten nachts Schutz in Bahnhofsgebäuden, öffentlich zugänglichen Foyers oder in Parkhäusern. (mho/dpa)