Ludwigshafen: TDI-Anlage der BASF steht weiter – Ministerium zu Grünen-Anfrage

Die TDI-Anlage der BASF in Ludwigshafen, die bisher größte Einzelinvestition im Stammwerk, ist gut zwei Monate nach einem Vorfall mit dem hochgiftigen Gas Phosgen weiter außer Betrieb. Das sagte ein Sprecher des Chemieriesen am Freitag auf Anfrage. BASF wolle vor der Wiederinbetriebnahme vorsorglich alle relevanten Anlagenteile überprüfen. Das Umweltministerium in Mainz teilte mit, dass bei dem Vorfall am 20. November ein Leck in einem Reaktor entstanden sei, in dem Kohlenmonoxid und Chlor an Aktivkohle zu Phosgen umgesetzt werden. Die Sicherheitseinrichtungen hätten aber funktioniert, heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Bernhard Braun und Andreas Hartenfels. Der Phosgen-Reaktor befinde sich in einer separaten Kammer innerhalb der Sicherheitskammer der TDI-Anlagen. Wegen des Lecks seien zwar in der Reaktorkammer geringe Phosgen-Konzentrationen festgestellt worden, nicht aber in der Sicherheitskammer. Der Vorfall war der zweite mit Phosgen im Werk im Jahr 2016. Im Juni war laut Ministerium ein Gasgemisch mit Spuren von Phosgen in der Sicherheitskammer ausgetreten. Bei einer Kontrolle der Anlage im Oktober wurden laut Ministerium geringfügige Mängel festgestellt – aber keine, die den sicheren Betrieb verhinderten. (dpa/lrs)