Ludwigshafen: Unternehmen sehen Weichen für Verkehrsplanung gestellt – Kritik von den Grünen

Im neuen Bundesverkehrswegeplans sind nach Einschätzung rheinland-pfälzischer Unternehmen viele Weichen richtig gestellt. Es gebe aber noch Handlungsbedarf vor allem bei kleineren Projekten, erklärte die Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern (IHK) in Ludwigshafen. Dagegen kritisierten die Grünen die Planungen insgesamt. Der Ausbau der Schieneninfrastruktur komme zu kurz, erklärte die Grünen-Landtagfraktion in Mainz. Zudem habe Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einige von Rot-Grün nicht angemeldete Prestigeprojekte „mit seiner Basta-Politik dem Land aufoktroyiert“. Dagegen begrüßte die IHK, dass sich der Bund bei dem für das Flächenland Rheinland-Pfalz besonders wichtigen Straßenverkehr über die zurückhaltenden Anmeldungen der Landesregierung hinweggesetzt habe. So seien auch der sechsstreifige Ausbau der A 643, die Westumfahrung Trier und der bis auf die Tunnel durchgängig vierstreifige Ausbau der B 10 in den Plan aufgenommen worden, sagte Jürgen Vogel, verkehrspolitische Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft.

Naturschützer sehen den im Bundesverkehrswegeplan festgeschriebenen Ausbau der B 10 durch den Pfälzer Wald kritisch. Mit einem vierspurigen Ausbau der Straße werde das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland noch mehr durchschnitten als ohnehin schon; der Verkehr von Lastwagen, die die Straße als Transitstrecke nutzten, werde weiter zunehmen, sagte Hans Joachim Fette, Vorsitzender der Nabu-Regionalgruppe Hauenstein/Annweiler, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan sei allerdings nur ein weiterer Schritt, da vor Baubeginn eine Beteiligung der Bürger an der Planung vorgesehen sei. Umweltschützer machen seit Jahren gegen den Ausbau mobil. (lrs)