Ludwigshafen: Von Corona getroffene Staatsphilharmonie hofft auf Auftritte im März

Der Intendant der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Beat Fehlmann, hat das Ensemble in der Corona-Krise mit einem Profiverein im Teamsport verglichen. Wie eine Sportmannschaft könne es sich ein Orchester nicht sehr lange leisten, nicht zusammen zu spielen, weil dann die Abstimmung leide, sagte Fehlmann der Deutschen Presse-Agentur. «Ich glaube, dass ein Qualitätsverlust sich sehr schnell auswirkt respektive hörbar wird.»

Das Orchester unternehme daher «alles Mögliche», um das Ensemble intern weiterzuentwickeln und gleichzeitig den Kontakt zum Publikum nicht abreißen zu lassen. «Aktuell arbeiten wir zum Beispiel mit Spezialisten aus dem Bereich der alten Musik zusammen oder engagieren für einzelne Stimmgruppen Experten, die ein besonderes Programm einstudieren», sagte der Intendant. «So können wir diese Krise hoffentlich so überbrücken, dass wir sogar gestärkt herauskommen.»

Er sei mit «sehr gemischten Gefühlen» in das Jahr 2021 gegangen, räumte Fehlmann ein. «Aber dennoch mit einem Lichtblick in Richtung Frühling. Die große Unsicherheit, wie lange Einschränkungen noch aufrecht erhalten werden müssen, ist und bleibt sehr herausfordernd.»

Die ständige Planungsunsicherheit und das Vorausdenken in verschiedenen Szenarien sei in der Vorbereitung sehr aufwendig und für alle Beteiligten eine unvermeidbare Geduldsprobe. «In zahlreichen Fällen ist damit auch eine drängende existenzielle Frage verbunden. Die Situation ist und bleibt wirklich extrem.» Er hoffe, dass Auftritte zumindest für kleinere Gruppen ab März wieder möglich sein werden. «Abstände werden wohl weiterhin eine Rolle spielen. Aber die Intensität eines gemeinsamen Erlebnisses ist nicht digitalisierbar.»

Mithilfe von FFP2-Masken und eines Antigen-Tests auf Speichelbasis sei für die Staatsphilharmonie derzeit das Proben und Spielen in größerer Besetzung wieder möglich. «Wir haben ein sehr differenziertes Hygienekonzept, welches breit abgestützt ist.»

Es sei ein Privileg, Musik auf einem solch hohen Niveau und im Verbund eines engagierten Kollektivs machen zu dürfen, betonte Fehlmann in Ludwigshafen. «Wir alle merken das – weil es uns fehlt. Diese Erinnerung sollte nicht verblassen.» (dpa/kwi)