Mannheim: Alkohol-Verkaufsverbot im Jungbusch zeigt Wirkung

Das Alkoholverkaufsverbot im Mannheimer Ausgehviertel Jungbusch an Wochenenden hat sich aus Sicht der Polizei
bewährt. „Nicht nur wesentlich weniger Menschen waren alkoholisiert, auch das häufig dadurch einhergehende Aggressionspotenzial war deutlich geringer“, sagte der Mannheimer Polizeipräsident Andreas Stenger der Deutschen Presse-Agentur in einer ersten Bilanz. In dem Quartier mit zahlreichen Bars, Cafés und Restaurants war es in der Vergangenheit zu Problemen infolge übermäßigen Alkohol-Konsums gekommen. Das seit kurzem geltende Verbot soll alkoholbedingte Störungen der Nachtruhe minimieren und zum anderen helfen, die Corona-Schutzregeln durchzusetzen. Stenger: „Durch das Zusammenkommen größerer Menschenmengen, insbesondere auf dem Quartiersplatz im Jungbusch, werden Abstandsregeln bei steigendem Alkoholpegelpegel weniger oder gar nicht mehr eingehalten.“ Zudem erfolgten 50 Prozent der tätlichen Angriffe auf Polizeibeamte unter Alkohol. Deshalb solle
Alkohol in der Party-Zone nicht mehr unbegrenzt verfügbar sein.

Der Straßenverkauf von Alkohol im Jungbusch ist per Allgemeinverfügung der Stadt seit dem 11. September am Freitag und Samstag von 22 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages untersagt. Das Verbot gilt zunächst bis zum 4. Oktober 2020. Zwar bringen nach Stengers Worten viele Menschen zuvor gekauften Alkohol am frühen Abend selbst mit. Nach 22 Uhr fehle aber der Nachschub. So werde zu weit vorgerückter Stunde wesentlich weniger Alkohol konsumiert. Die Verkäufer kooperieren und halten die Bestimmungen ein, wie der Polizeichef erläuterte. An den Wochenenden setze er 30 zusätzliche Beamte im Jungbusch ein, die unter anderem bei den Unternehmern um Verständnis für die behördlichen Maßnahmen werben, sagte Stenger. (mho/dpa)