Mannheim: Einigung von Bilfinger und Ex-Chefs aus Sicht der Aktionärsvertreter akzeptabel

Die Einigung zwischen dem Industriedienstleister Bilfinger und mehreren Ex-Vorständen im Streit um zu laxes Vorgehen gegen Korruption ist aus Sicht eines Aktionärsvertreters akzeptabel. „Der Vergleich veranlasst wahrlich nicht zum Jubeln, er ist aber ein gangbarer Weg, um die Vergangenheit endlich abzuschließen“, sagte Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW/Düsseldorf), der Deutschen Presse-Agentur. Der Mannheimer Konzern erhält wegen möglicher Pflichtverletzungen insgesamt 16,75 Millionen Euro, zuzüglich dem Verzicht auf ausstehende Gehaltszahlungen sind es 18,2 Millionen Euro. Ursprünglich hatte der Konzern einen „erstattungsfähigen Schaden in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionenbetrages“ geltend gemacht. Die Manager-Haftpflichtversicherung übernimmt die Summe. Tüngler sagte dazu: „Letztendlich wird es wohl das gewesen sein, was mit den Versicherungen in der aktuellen Situation überhaupt denkbar und möglich war.“ Dass die einzelnen Betroffenen damit persönlich keinen Beitrag hätten leisten müssen, sei sicher eine Kröte, die man wohl schlucken müsse. Die Alternative wären kräftezehrende Prozesse, die der Gesellschaft nicht zuzumuten seien, wenn so ein Vergleich erzielt sei. Diesem werde die Hauptversammlung am 23. April vermutlich zustimmen. Hessens Ex-Ministerpräsident Roland Koch, von Juli 2011 bis August 2014 Bilfinger-Vorstandschef, ließ mitteilen, er habe bewirkt, dass das Compliance-System – also die internen Regeln gegen Korruption – weiterentwickelt worden sei. Tüngler nannte diese  Äußerungen verblendet vor dem Hintergrund des Vergleichs. „Die Versicherungen zahlen wahrlich nur dann und wirklich allein in dem Fall, wenn an den Vorwürfen was dran ist. Sonst fließt da kein Cent.“ (dpa/asc)