Mannheim: Exquisite Exponate bei „Päpste“-Ausstellung

Mit einem Festakt in der Jesuitenkirche ist in Mannheim die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ mit wertvollen Leihgaben aus dem Vatikan eröffnet worden. An der Zeremonie für die kulturgeschichtliche Schau, die bis zum 31. Oktober in den Reiss-Engelhorn-Museen (rem) zu sehen ist, nahmen am Samstag auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) teil. Der feierliche Festakt zur Eröffnung in der Mannheimer Jesuitenkirche ist heute um 16 Uhr noch einmal in voller Länge im RNF-Programm zu sehen. In Heidelberg startete am Sonntag zudem die Ausstellung „Heidelberg und der Heilige Stuhl“ im Kurpfälzischen Museum (bis 22. Oktober).Als Organisatoren der Schau in Mannheim wollen rem-Generaldirektor Alfried Wieczorek und der Historiker Stefan Weinfurter im Jahr des Reformationsjubiläums die 1500-jährige gemeinsame Geschichte von Katholiken und Protestanten zeigen. „Wer 2017 an 500 Jahre Reformation erinnert, sollte das nicht ohne einen Blick auf die Jahrhunderte lange gemeinsame Vorgeschichte tun“, meinte Wieczorek. Die Ausstellung mit mehr als 330 hochkarätigen Kulturschätzen, von denen viele erstmals nördlich der Alpen zu sehen sind, zeigt auf drei Etagen chronologisch die Ursprünge des Papsttums in der Antike bis zur Prachtentfaltung der Renaissancepäpste. Die Vatikanische
Bibliothek steuerte 35 Exponate bei – für Wieczorek „eine Sensation“. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) sprach bei der Eröffnung von einer „Weltpremiere“. Erstmals widme sich eine Ausstellung so
umfassend der Entwicklung des Papsttums. „Zwar führen alle Wege nach Rom. Aber wer in diesem Jahr auf den Spuren der Päpste wandeln will, für den lohnt sich eine Reise nach Mannheim“, sagte Kurz. Das Projekt wird vom Erzbistum Freiburg und von der Evangelischen Landeskirche in Baden unterstützt – was die Eröffnung mit einer ökumenischen Andacht mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und Erzbischof Stephan Burger verdeutlichte. Burger würdigte die Ausstellung als „Reise in die Vergangenheit mit großem Potenzial für
die Zukunft – ein Rückblick, der den Ausblick nicht scheut“. Im Zeughaus sind etwa Ablassbriefe und goldbestickte Seidengewänder zu sehen. Zu den Höhepunkten zählt das Tizian-Gemälde (um 1545/46)
von Papst Julius II. aus Florenz. Als Gegenstück bildet das Gemälde „Papst II“ (1951) des Briten Francis Bacon einen starken Abschluss. Eine zweite Station im Anschluss an die Präsentation in Mannheim ist nicht geplant. Das hat vermutlich auch finanzielle Gründe, allein die Kosten für Versicherung und Transport gelten als immens. Die Stiftung Baden-Württemberg steuerte 900 000 Euro bei. Zudem erfordert die Schau spezielle klimatische Bedingungen und sensible Beleuchtung.(mho/dpa)