Mannheim: Falschmeldung über Terroranschlag in Umlauf

Seit dem Morgen ist in der Region eine Falschmeldung über einen angeblichen Terroranschlag in Mannheim in Umlauf. Sie fußt auf einem so genannten „Gonzo“-Artikel des journalistischen Online-Mediums „Rheinneckarblog“. Das Ereignis, über das berichtet wird, ist frei erfunden. Die Polizei Mannheim veröffentlichte am Sonntag um 4:29 Uhr eine Nachricht auf Facebook, in der sie klarstellt:

„Bei dem Beitrag des rheinneckarblog bzgl. eines Terroranschlags in Mannheim handelt es sich um einen erfundenen Text. Der geschilderte Sachverhalt ist nicht real. *eb“

In sozialen Netzwerken kritisieren Nutzer die Art der Berichterstattung. Aus den Vorschautexten auf Google und Facebook, den sog. „Snippets“, geht nicht hervor, dass es sich bei dem Artikel um eine fiktionale Geschichte handelt.

Screenshot aus der Google-Suche

In einem um 11:30 Uhr auf Facebook veröffentlichten Post schreibt der Chefredakteur des Rheinneckarblog, Hardy Prothmann, es sei „klar erkennbar“, dass es sich um eine „fiktionale Geschichte im Gonzo-Stil“ handele. Der Artikel sei der Polizei vorab angekündigt worden. In einem weiteren Kommentar merkt er unter anderem an: „Wer nur bis zur Bezahlschranke gelesen hat, ist glatt im Nachteil. Niemand musste Geld bezahlen – man kann sich anmelden und bekommt 30 Tage ‚fer umme‘.“

Das Angebot des Rheinneckarblog war am Sonntag über mehrere Stunden nicht erreichbar. Viele User dürften lediglich auf die Informationen der „Snippets“ Zugriff gehabt haben.

Polizei und Staatsanwaltschaft wollten den Text mit der Überschrift „Massiver Terroranschlag in Mannheim“ juristisch prüfen lassen, berichtet das „morgenweb“ unter Berufung auf Polizeipräsident Thomas Köber.

Wir veröffentlichen diese Meldung, weil es seit dem Morgen ein erhöhtes Aufkommen von Usern auf unserem Online-Nachrichtenangebot gibt, die weitergehende Informationen zu dem angeblichen Vorfall in Mannheim suchen. (red, aktualisiert 15:25 Uhr)