Mannheim: Gemeinderat gibt grünes Licht für Spinelli

Die Stadt Mannheim hat einen weiteren Schritt in Richtung Grünzug Nordost und dessen Erschließung vollzogen. Der Gemeinderat stimmte am Abend mehrheitlich für den Rahmenplan Spinelli und stellte somit die Weichen für das neue Stadtquartier am Rande des ehemaligen US-Kasernengeländes. Auf dem Gelände sollen im Süden von Käfertal rund 1.800 Wohneinheiten und ein großflächiger Landschaftspark entstehen. Zentraler Bestandteil – das wurde in der Diskussion des Gemeinderates deutlich – ist die städtebauliche Entwicklung zwischen Grünzug und der bestehenden Wohnbebauung. Das Quartier schließt zukünftig nicht nur die Lücke im stadtumspannenden Grünzug Nordost vom Luisenpark zu den Vogelstang-Seen, sondern es soll am Rande dieses neuen grünen Bandes auch ein urbanes und vielfältiges Quartier entstehen.

Durch die Konversion eröffnet sich für Mannheim die Chance, die Stadtentwicklung voranzutreiben und neue Flächen für Wohn- und Freiraum zu schaffen. Spinelli stellt die zweitgrößte Entwicklungsfläche für den Wohnungsbau in der Stadt dar. „Bis 2025 werden zusätzlich 10.000 Wohneinheiten in Mannheim nachgefragt. Der Entwicklung der Konversionsflächen kommt in diesem Zusammenhang ein besonderes Augenmerk zu. Mit dem Rahmenplan Spinelli haben wir nun den Grundstein für die Entwicklung und Schaffung von durchmischten Wohnraum geschaffen, der es zudem ermöglicht, die Stadt zukunftsfähig weiterzubauen“, so Bürgermeister Lothar Quast.

Nach Angaben der Stadt bildet der städtebauliche Rahmenplan die konzeptionelle Grundlage insbesondere für die Arrondierung im Bereich Käfertal Süd/Im Rott. Mit Beschluss durch den Gemeinderat wird er nun verbindlich. Der Rahmenplan ist als konzeptioneller Leitfaden zu sehen, der die Entwicklungsrichtung für die neue Bebauung im Bereich Käfertal Süd/Im Rott vorgibt. Er setzt sich aus verschiedenen Themenfeldern, wie Klima-Ökologie, Artenvielfalt, Energie, Städtebau und soziale Vielfalt, zusammen. Die einzelnen Themen beeinflussen sich gegenseitig und wurden deshalb im Planungsprozess gleichermaßen berücksichtigt.

Das neue Wohngebiet soll zudem ein Quartierszentrum erhalten. Hierdurch wird ein städtischer Ort geschaffen, bei dem durch Angebote der Nahversorgung, Gastronomie und Dienstleistung kommerzielle Nutzungen mit urbanen Wohnformen gemischt werden und der somit von einer hohen sozialen Durchmischung und Vielfalt geprägt ist, teilte die Stadt in einer Mitteilung am Abend weiter mit. In puncto Fortbewegung liege der Fokus auf der Schaffung eines vielfältigen Angebotes attraktiver und direkt zugänglicher Alternativen zum eigenen Pkw. Neben der Errichtung von Fuß- und Radwegen im neuen Quartier spiele dabei die Aufwertung der Wegebeziehungen in die umgebenden Stadtteile eine wichtige Rolle. Auch das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs in Käfertal Süd solle ausgebaut und verbessert werden. Geplant ist eine Stadtbahnlinie, die vorerst durch Busse ersetzt wird. Ergänzt werden soll das Mobilitätsangebot durch moderne und innovative Sharing-Angebote (vom Auto bis zu (Lasten-)Fahrrädern), intermodale Mobilitätspunkte zu Verknüpfung der Angebote sowie ein gezieltes Mobilitätsmanagement.

Verbunden damit soll aber auch die bestehende Straßenverkehrsinfrastruktur ausgebaut, aufgewertet und qualifiziert werden. Wesentliches Element dabei ist die direkte Anbindung der Völklinger Straße an die B38, die zu einem Boulevard stadtein- und auswärts umgestaltet werden soll.

Die bauliche Umsetzung soll voraussichtlich bis zum Jahr 2030 in drei Bauabschnitten umgesetzt werden. Bis zur Eröffnung der Bundesgartenschau im April 2023 soll im 1. Bauabschnitt rund ein Drittel der Wohneinheiten entlang der Völklinger Straße und rund um den zukünftigen Quartiersplatz errichtet werden. Zudem sollen für das Quartier wesentliche Bausteine, die zur Identität beitragen, wie beispielsweise der zentrale Quartiersplatz und der Vollsortimenter zur Nahversorgung, innerhalb dieser Phase realisiert werden. Daher müssen die nächsten Schritte im Entwicklungsprozess – der Flächenerwerb, der Freizug und der Rückbau der Fläche sowie die Baurechtschaffung – bis 2020 abgeschlossen sein. (mho/red)