Mannheim: General Electric streicht in Mannheim fast 700 Arbeitsplätze – IG-Metall: „Das kommt de facto einer Schließung gleich“

Nach Siemens will auch der US-Industriekonzern General Electric (GE) seine Kraftwerksparte in Deutschland zusammenstreichen. In Mannheim und Stuttgart sowie in Berlin, Mönchengladbach und Kassel sollen zusammen 1600 Arbeitsplätze wegfallen, wie die GE-Deutschlandsparte am Donnerstag mitteilte.

In Mannheim sollen demnach nur ein Bruchteil der 700 Stellen übrig bleiben. Das Unternehmen begründete die Einschnitte mit starkem Preisdruck und der geringen Nachfrage nach konventionellen Kraftwerken. Die Gewerkschaft IG Metall in Mannheim kritisierte die Kürzungspläne für die nordbadische Stadt.

„Das ist ein weiter Kahlschlag und kommt de facto einer Schließung in Mannheim gleich“, sagte der Mannheimer IG-Metall-Chef Klaus Stein. Die Gewerkschaft werde nicht tatenlos zusehen. „Wir reden über ein Unternehmen, das nicht defizitär ist. Hier soll uns Sand in die Augen gestreut werden.“ Dass die Mitteilung kurz vor Weihnachten komme, mache den Schritt noch unsozialer.

GE hatte Anfang 2016 bereits die Streichung Tausender Stellen in Europa angekündigt, in Deutschland war vor allem Mannheim betroffen. „Das ist ein Verrat an der Belegschaft“, erwidert Elisabeth Möller, Konzernbetriebsratsvorsitzende und Betriebsratsvorsitzende des Mannheimer GE-Standorts. „Noch im April dieses Jahres hatte der Vorstandsvorsitzende von GE Power, Herr Wulf, zugesichert, die verbliebenen 700 Beschäftigten in Mannheim ‚auf jeden Fall‘ zu behalten. Jetzt sind wir mit einem erneuten drastischen Kahlschlag mit darauf folgender, zu erwartender Komplett-Schließung des Standorts konfrontiert. Damit stellt das Management wieder einmal unter Beweis, dass ihre Zusagen in keinster Weise glaubwürdig oder verlässlich sind. Lug und Trug scheinen die Hauptparameter für die Entscheidungen des GE- Managements zu sein.“

Der Mischkonzern beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben an mehr als 50 Standorten rund 10 000 Mitarbeiter. Die Einschnitte wolle man so sozialverträglich wie möglich gestalten und mit den Arbeitnehmern beraten, sagte Deutschlandchef Alf Henryk Wulf. (dpa/lsw/asc)