Mannheim: Geschlossene Museen öffnen virtuelle Kunsträume

Die Museen im Südwesten sind wegen der Corona-Krise zwar geschlossen, aber einige öffnen sich mit digitalen Angeboten für Kunst- und Kulturfans und solche, die es werden könnten. Auf allen Kanälen – Web-Seiten, Facebook, Instagram und Twitter – versorgen die Häuser virtuelle Besucher mit Führungen, Bildbesprechungen und Fotogalerien, wie eine dpa-Umfrage ergab. So auch die Mannheimer Kunsthalle. Deren Direktor Johan Holten gab am vergangenen Wochenende mit einem spontanen Kurzvideo über ein Gemälde von George Grosz den Startschuss für eine Serie von virtuellen Beiträgen. Auch Kuratoren, Restauratoren und andere Mitarbeiter sollen „Gesicht zeigen“ und mit digitalen Kostproben das Interesse an Kunst aufrechterhalten. Sie werden einzelne Werke besprechen oder aktuelle Themen aufgreifen, wie eine Museumssprecherin erläutert. Der Clip von Holtens Auftritt im menschenleeren Museum wurde auf Instagram und Twitter tausendfach aufgerufen und in der Kunstwelt als Ansporn gewürdigt, Ähnliches zu schaffen. Auch die Reiss-Engehorn-Museen in Mannheim stellen sich auf die neue Situation ein. Generaldirektor Alfried Wieczorek betont: „Auch in dieser Zeit wollen wir für unsere Besucherinnen und Besucher da sein. Durch digitale Angebote sollen sie von zuhause aus gemeinsam mit uns ins Alte Ägypten reisen oder die Schönheit der Glaskunst bestaunen können.“ Das Team arbeitet derzeit an Videos in ausgewählten Ausstellungsbereichen. Virtuelle Rundgänge sind geplant zur Schau moderner Glaskunst „Chromatik“ und zur neuen Sonderausstellung „Yesterday – Tomorrow“, in der sich Marc Erwin Babej fotografisch der altägyptischen Kultur annähert. Die Sammlung „Ägypten – Land der Unsterblichkeit“ mit zahlreichen Objekten aus 4000 Jahren Hochkultur am Nil soll ebenfalls virtuell zugänglich werden. (dpa/lsw/asc)