Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis: Tausende Menschen feiern friedlich das neue Jahr – Mehrere Auseinandersetzungen trüben das Gesamtbild

Auf Straßen und Plätzen der Region haben tausende Menschen friedlich den Beginn des neuen Jahres gefeiert. In einer ersten Bilanz listet die Polizei aber auch Vorfälle auf, die das Gesamtbild trüben. 

Am Mannheimer Wasserturm erlitten drei Menschen Brandverletzungen, weil Feuerwerkskörper unkontrolliert in die Menschenmenge geworfen wurden. Unter anderem feuerte einer der Feiernden mehrere Ladungen „Römisches Licht“ auf einen Polizeiwagen. Der Mann wurde festgenommen und auf die Wache gebracht. Die Polizei schätzt, dass sich etwa 3.500 zwischen Plankenkopf und Wasserturm aufhielten, so dass kurz vor und nach Mitternacht der Straßenbahnverkehr in diesem Bereich vorübergehend pausieren musste.

Für Mannheim, Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis bilanziert die Polizei bisher 24 Einsätze wegen Feueralarmen, in drei Fällen brannte es wegen des Silvesterfeuerwerks auf Balkonen. Außerdem brannten drei Fahrzeuge in der Mannheimer City, im Stadtteil Rheinau sowie in der Neckarstadt. Sie wurden auch jeweils durch Feuerwerkskörper entzündet. Bei zwei weiteren Autobränden in Schwetzingen und der Mannheimer Innenstadt waren technische Defekte für das Feuer verantwortlich.

Insgesamt wurden 24 Einsätze in Zusammenhang mit Bränden gezählt. Hierbei kam es zu drei Balkonbränden (wir berichteten), die nach derzeitigem Kenntnisstand durch Silvesterfeuerwerk ausgelöst wurden. Außerdem brannten insgesamt drei Fahrzeuge in der Mannheimer Innenstadt, in Mannheim-Rheinau und in Mannheim-Neckarstadt, auch hier war brennendes Silvesterfeuerwerk die Ursache. Bei zwei weiteren Fahrzeugen, die in Schwetzingen und Mannheim-Innenstadt brannten, waren technische Defekte der Auslöser. Es entstand jeweils ein Schaden von mehreren tausend Euro.

94 Mal wurde die Polizei wegen Auseinandersetzungen von Personen gerufen. Dabei wurden 30 Körperverletzungsdelikte, vier Widerstandshandlungen gegen Vollstreckungsbeamte, 50 Einsätze wegen Streitigkeiten und zehn Einsätze wegen randalierenden Personen gezählt. 16 Mal ging es um Sachbeschädigungen, 42 Mal meldeten Bürger Ruhestörungen. Sexualdelikte seien nicht bekannt geworden, so die Polizei.

Mob bedroht Polizeibeamte in der Mannheimer Neckarstadt

In der Mannheimer Neckarstadt habe sich ein Mob von etwa 50 bis 60 Personen gegen Polizeibeamte solidarisiert. Mehrere Polizisten wurden dabei den Angaben der Polizei zufolge mit Faustschlägen traktiert und leicht verletzt. Mehrere Streifenwagen waren im Einsatz. Über die genaue Zahl der Beteiligten konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen.

Dem Einsatz war ein Streit zwischen zwei Männern vorausgegangen. Ein Mann war mit seinem Auto kurz nach Mitternacht auf einer Straße im Stadtteil Neckarstadt von einer Gruppe von Menschen aufgehalten worden. Der Autofahrer zog daraufhin eine Schreckschusspistole, mit der er einen 30 Jahre alten Mann bedrohte. Dieser entriss dem Fahrer die Waffe und feuerte mehrfach auf dessen Auto. Der Autofahrer flüchtete, seine Beifahrerin blieb im Auto sitzen. Ein Zeuge rief die Polizei.

Als die Beamten eintrafen und die Anwesenden kontrollieren wollten, eskalierte den Angaben zufolge die Situation. Die Gruppe von 50 bis 60 Menschen «solidarisierte sich gegen die Uniformierten» und widersetzen sich den Platzverweisen, wie es im Polizeibericht hieß. Mehrere Beamte wurden angegriffen, mehrere Angreifer festgenommen. Die Schreckschusswaffe wurde sichergestellt. Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Polizeibeamte.

Schlägereien in Heidelberg

In der Heidelberger Neuenheimer Landstraße legten sich drei junge Männer mit einer Gruppe von etwa 20 Personen an. Im Verlauf des Streits fingen sich die 18- und 19-Jährigen aus der Gruppe heraus mehrere Faustschläge ein. Später wurde bekannt, dass aus der größeren Gruppe heraus auch noch ein Motorrollerfahrer angegriffen wurde.

Erheblichen Stress gab es auch in einem übervollen „Moonliner“-Bus in Heidelberg. Dort sei es zu einem Streit zwischen zwei 20- und 28-jährigen Männern und einer Gruppe von etwa zehn arabisch aussehenden Männern gekommen, die in den vollen Bus zugestiegen waren. Sie alle verließen an der Haltestelle „Betriebshof“ das Fahrzeug, wo sich eine Schlägerei entwickelte. Etwa fünf Männer aus der größeren Gruppe seien auf das Duo losgegangen und habe es mit Tritten traktiert. Die beiden Angegriffenen kamen später mit Rettungswagen in eine Klinik. Über die Schwere ihrer Verletzungen gebe es keine Angaben, so die Polizei. (rk/pol/lsw)