Mannheim: Heidelberger Rechtsanwalt angeklagt

Wegen Betrugs und Erpressung in rund 1000 Fällen steht seit heute ein Heidelberger Rechtsanwalt vor Gericht.
Zusammen mit zwei weiteren Männern und einer Frau soll der 42jährige eine fiktive Spielgemeinschaft mit dem Namen „Lotto 3000“ betrieben und vor allem ältere Menschen finanziell geschädigt haben. Mit betrügerischen Anrufen entlockten die Call-Center-Mitarbeiter der Anklage zufolge den Kunden möglichst häufig das Wort „Ja“.  Anschließend wurden die Telefonate so geschnitten, als hätten die Angerufenen einem Vertrag zugestimmt. Wer nicht zahlte, bekam Mahnschreiben aus der Kanzlei des Anwalts. Auf diese Weise erhielten rund 300.000 Menschen zwischen März und November 2011 einen Anruf aus Call-Centern in Ludwigshafen, Dortmund, Mallorca und Mazedonien. In rund 30.000 Fällen kam es zu einem Vertragsabschluss.
Für den Prozess sind 47 Verhandlungstage anberaumt. Das Urteil soll im September verkündet werden. (aha)