Mannheim: Herbert Mies gestorben

Der frühere DKP-Vorsitzende Herbert Mies ist tot. Er starb nach Auskunft seiner Tochter am Samstag im Kreis seiner Familie in seinem Geburtsort Mannheim. Mies wäre am 23. Februar 88 Jahre alt geworden. Mies wollte ursprünglich Lehrer werden, flog aber von der Lehrerbildungsanstalt, weil er sich weigerte, in der Hitler-Wehrmacht
Reserveoffiziersanwärter zu werden. Nach dem Krieg schloss sich Mies der KPD an und wurde Funktionär in der Partei wie auch in der Freien Deutschen Jugend. Nach der Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) im September 1968 wurde Mies zunächst stellvertretender Parteivorsitzender. 1973 folgte er Kurt Bachmann im DKP-Vorsitz nach.
Dieses Amt behielt Mies bis 1989. 1946 absolvierte er eine journalistische Ausbildung bei der „Rhein-Neckar-Zeitung“ in Heidelberg. Einer seiner Lehrer war Theodor Heuss, der spätere erste Bundespräsident. Nach dem Rücktritt von seinen Parteiämtern Ende 1989 kehrte Mies nach Mannheim zurück und engagierte sich dort bis zuletzt in lokalen und regionalen Geschichts- und Kulturgremien. In seinen 2009 erschienenen Erinnerungen „Mit einem Ziel vor Augen“ (edition ost/Berlin) überschrieb Mies die 60er Jahre nach Angaben des Verlags als „Der lange Marsch aus der Illegalität“. Denn 1968 bekam die Bundesrepublik Deutschland mit der Gründung der DKP wieder eine legale kommunistische Partei. Das geschah nicht im Selbstlauf, schrieb Mies in seinen Memoiren, „ohne die Unterstützung aus der DDR auch nicht“. (dpa/mho)