Mannheim: Hunderte protestieren gegen syrischen Sänger bei Silvesterfeier

Aus Protest gegen den Auftritt des syrischen Sängers Ali Al-Deek bei einer Silvesterfeier haben in Mannheim Hunderte von Menschen demonstriert und die Polizei herausgefordert. Dem Sänger wird vorgeworfen, das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu unterstützen. Insgesamt versammelten sich nach Polizeiangaben von Mittwoch rund 600 Teilnehmer bei der Protestkundgebung. «Die Atmosphäre war von Beginn der Kundgebung an sehr angespannt», hieß es weiter. Es seien Feuerwerkskörper aus der Menge gezündet worden, während die Zahl der Demonstranten zunahm.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Versammlung vorzeitig beendet, allerdings kehrten viele Teilnehmer zurück. Einige bewarfen Gäste der Feier mit Steinen und Eiern, mindestens ein Auto wurde stark beschädigt. Verletzt wurde niemand. Es wurden zahlreiche Fahnen der syrischen Opposition geschwenkt. Die Polizisten mussten zum Teil Schlagstöcke einsetzen, um die Masse zurückzudrängen. Nach Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und Besuchern der Feier wurden drei Männer vorläufig festgenommen.

An der privaten Silvestergala nahmen nach Angaben des Veranstalters rund 400 Menschen teil. Der eigentliche Auftritt verlief demnach störungsfrei. Gegenüber dem SWR distanzierte sich die Stadt Mannheim von Al-Deek: Die Verherrlichung eines Regimes, das schwerste völkerrechtliche Verbrechen begangen habe, sei inakzeptabel. Gleichwohl sehe man derzeit keine rechtliche Grundlage, den Auftritt zu verbieten.

In Syrien herrscht schon seit 2011 Krieg. Den UN zufolge sind bislang mehr als 400 000 Menschen ums Leben gekommen. Russland ringt gemeinsam mit der Türkei und dem Iran um eine Lösung des Konflikts. (dpa)