Mannheim: Inzidenzwert weiter über 100 – neue Allgemeinverfügung tritt am Dienstag in Kraft

Aufgrund der anhaltend hohen Infektionszahlen im Stadtgebiet von Mannheim tritt ab dem kommenden Dienstag eine neue Allgemeinverfügung in Kraft. Neben strengeren Kontaktbeschränkungen sind vor allem der Einzelhandel und sogenannte körpernahe Tätigkeiten von den Maßnahmen betroffen. Bis zum Samstag lag der Inzidenzwert drei Tage am Stück bei einem Wert von über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten sieben Tage. Nach der aktuellen Gesetzeslage ist die Stadt Mannheim zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen verpflichtet.

Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz fordert in der Pressemitteilung der Stadt eine Anpassung der Regelungssystematik: „Der leider erwartbare Verlauf hat gleich in mehrfacher Hinsicht gezeigt, dass die Regelungen des Landes anzupassen sind: Neben den Einschränkungen selbst, ist die ungleiche Behandlung ähnlicher Angebote und die Verzerrung des Wettbewerbs eine besondere Belastung für die betroffenen Unternehmen. Alle körpernahen Dienstleistungen sollten gleich behandelt werden und die Regelungen für Handel und Dienstleistungen sollten im Wesentlichen landesweit gelten. Die kreisscharfen Regelungen nach Inzidenz führen zu sehr kurzfristig unterschiedlichen Regelungen und sind durch die ausgelösten Kundenströme auch epidemiologisch nicht sinnvoll!“

Auch die IHK Rhein-Neckar sowie der Einzelhandelsverband Nordbaden äußerten sich in einer Pressemitteilung kritisch gegenüber den Maßnahmen. Manfred Schnabel, Präsident der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar lässt sich dort wie folgt zitieren: „Wir bedauern sehr die erneute Schließung der Mannheimer Unternehmen, die zuletzt durch Click & Meet zumindest etwas Perspektive bekommen haben. Für die Betriebe in Heidelberg und in den beiden Landkreisen unseres IHK-Bezirks ist die Entwicklung noch unsicher. Die aktuelle Control-Covid-Studie des Robert-Koch-Instituts attestiert insbesondere dem Handel ein geringes Ansteckungsrisiko. Umso ärgerlicher ist es, dass es nun wieder zu Geschäftsschließungen kommt und die geschlossenen Betriebe ohne hinreichende Begründung und Entschädigung hohe und großenteils existenzgefährdende Sonderlasten tragen müssen.“

Nach Angaben der Stadt starben am Wochenende zwei Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Dabei handele es sich um einen über 50 Jahre alten Mann und eine über 60 Jahre alte Frau. Insgesamt hat es in Mannheim seit Beginn der Pandemie 255 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegeben. Am Sonntag wurden 36 Neuinfektionen gemeldet. (MA/IHK/mj)