Mannheim: Jüdische Gemeinde und DITIB intensivieren Beziehungen

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Dr. Bekir Alboğa, Generalsekretär des muslimischen DITIB-Bundesverband, und Majid Khoshlessan, 1. Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Mannheim, haben beschlossen, die Beziehungen zu intensivieren und gemeinsame Projekte in der Jugendarbeit anzugehen. Das teilen sie in einer gemeinsamen Presseerklärung am Samstag mit.

Die beiden kamen den Angaben zufolge am Freitag in der Mannheimer Yavuz-Sultan-Selim-Moschee (Foto) zu einem Gespräch zusammen. Angelegenheiten des interreligiösen Dialogs und auch die kritischen Themen der letzten Wochen seien ausführlich besprochen worden. Khoshlessan betonte dabei erneut, daß die Jüdische Gemeinde Mannheim zu keiner Zeit den Dialog mit den Muslimen, dem DITIB-Bundesverband und der Moscheegemeinde Mannheim, unterbrochen hat. Dies sei medial missverständlich dargestellt worden.

„Wir haben beschlossen, im intensiven Dialog und gemeinsam wachsam im Engagement gegen Antisemitismus und Islamophobie zu bleiben und zu wirken. Ein guter Start ist die gemeinsame Jugendarbeit, um Vorurteilen und dem Entstehen menschenfeindlicher Gesinnungen vorzubeugen und durch gegenseitiges Kennenlernen Freundschaft früh aufzubauen“, so Khoshlessan. „Wir haben unsere Position zu den Antisemitismus-Vorwürfen durch vereinzelte, mehrheitlich private Facebook-Postings mehrmals öffentlich kommuniziert und uns darin von jeglicher Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit distanziert. Wir möchten nochmals betonen, daß die DITIB auf allen Ebenen entschieden jegliche antisemitischen Tendenzen verurteilt – innerhalb der Gesellschaft und in den Moschee-Gemeinden gleichermaßen. Im Zuge dessen werden Verstöße gegen die Verbandsgrundsätze gemäß Satzung massiv und konsequent geahndet. DITIB nimmt die Sorgen der jüdischen Bevölkerung im Zusammenhang mit dem zunehmenden Antisemitismus in der Gesellschaft sehr ernst und wird solchen Entwicklungen aktiv entgegenwirken“, kommentierte Alboğa das Treffen. (wg)