Mannheim: JUZ ruft auf zum Protest im Stadthaus – CDU-Vorwürfe „haltlos“

Das Jugendzentrum in Selbstverwaltung „Friedrich Dür“ (JUZ) ruft zum Auftakt der Etatberatungen im Mannheimer Gemeinderat zum Protest auf. Geplant ist eine Aktion am Montagmorgen im Stadthaus N1. Die Verantwortlichen hoffen auf bis zu 100 Teilnehmer, wie ein Sprecher am Sonntag auf Anfrage sagte. Das JUZ wehrt sich gegen den Antrag der CDU-Fraktion, die dem Jugendzentrum die finanzielle Grundlage entziehen möchte, weil sie es für einen Anlaufpunkt gewaltbereiter Linksextremisten hält.  (http://www.rnf.de/mannheim-cdu-will-dem-juz-das-geld-streichen-anlaufstelle-fuer-linksextremisten-160705/).

In einer Stellungnahme weist das seit 1973 bestehende JUZ die Vorwürfe scharf zurück. „Sämtliche in den Anträgen vorgebrachten Vorwürfe sind haltlos und diffamieren die politische Arbeit, die Jugendarbeit und die Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements in nicht hinnehmbarer Weise“, heißt es in einer Stellungnahme. „Als ältestes selbstverwaltetes Jugendzentrum in Baden-Württemberg bildet das JUZ seit jeher ein Forum, in dem sich junge Menschen ohne Hierarchien sozial, kulturell und politisch engagieren können.“ Politik gegen das JUZ bedeute ganz konkret Politik gegen die Jugendlichen Mannheims, die selbst Verantwortung übernehmen, sich selbst organisieren und selbst darüber entscheiden möchten, wie sie ihre Freizeit gestalten wollen. Als anerkanntes Mitglied des Stadtjugendrings sei das JUZ mit anderen Jugendorganisationen in Mannheim gut vernetzt und ein verlässlicher und seriöser Partner.

Die CDU versuche den momentanen gesellschaftlichen Rechtsruck zu nutzen, um diese Arbeit als „linksextrem“ zu diffamieren und so eine Mittelkürzung in der Jugendarbeit um 100.000 herbeizuführen. Besonders perfide sei, dass die CDU versuche, „die Akteur*innen der Jugendarbeit gegeneinander auszuspielen, ohne diese überhaupt selbst vorab mit einbezogen zu haben“. Der von den Christdemokraten hergestellte Zusammenhang mit den G20-Krawallen in Hamburg sei willkürlich. „Wir werfen der CDU-Gemeinderatsfraktion hier Stimmungsmache unter Vortäuschung falscher Tatsachen vor.“ Weiter heißt es: „Wir fragen uns, was die CDU unter einer demokratischer Diskussionskultur versteht. Die als Beispiel für Linksextremismus aufgeführte AK Antifa Mannheim sei „seit Jahren ein verantwortungsbewusster Partner im Bündnis ‚Mannheim gegen Rechts‘, in welchem auch die SPD, Bündnis 90 – die Grünen, die Linke und die FDP vertreten sind“.

Unterstützung erhält das JUZ von mehreren Seiten. Unter anderem der Stadtjugendring stellt sich in einem offenen Brief an die Seite des Jugendzentrums (http://www.sjr-mannheim.de/.) Wir berichten morgen in RNF Life. (wg)